Getöteter Achtjähriger : Zeugin belastet die mutmaßliche Mörderin von Fabian schwer18.06.2026, 14:31Lesezeit: 2 Min.Im Fall des getöteten Fabian schildert eine Zeugin unter Tränen, wie die Angeklagte sie über die Entdeckung der Kinderleiche informierte. Das soll mehrere Stunden vor dem offiziellen Fund gewesen sein.Eine ehemalige Freundin der Angeklagten Gina H. sagte vor Gericht aus, dass sie sie über den Fund der Leiche des getöteten achtjährigen Jungen bereits vorab informiert habe. „Wir haben ihn gefunden. Er ist tot“, habe die dreißig Jahre alte Angeklagte der Zeugin am Morgen des 14. Oktober am Telefon gesagt. Das schilderte die Zeugin am Donnerstagmorgen vor dem Landgericht Rostock.In diesem Fall hätte die Angeklagte die Polizei getäuscht. Gina H. hatte den Ermittlern nämlich mitgeteilt, die Leiche des achtjährigen Jungen „zufällig“ bei einem Spaziergang entdeckt zu haben. Schon an den vergangenen beiden Prozesstagen hatten zwei Männer angegeben, mit Gina H. am Abend des 13. Oktober an dem Tümpel in Klein Upahl (Mecklenburg-Vorpommern) gewesen zu sein. Zu dem Zeitpunkt galt der Junge aber noch als vermisst. Sein Fund wurde der Polizei erst am 14. Oktober gemeldet. Die Aussage der Zeugin ergänzt sich mit denen der beiden anderen Zeugen.Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, den achtjährigen Fabian am 10. Oktober vergangenen Jahres getötet zu haben. In der Anklageschrift heißt es, sie habe den Jungen aus seinem Wohnhaus „herausgelockt“. Danach sei sie mit ihm zu einem abgelegenen Weiher gefahren und habe sechsmal mit dem Messer in seine Brust gestochen. Ein Rechtsmediziner hatte vor Gericht festgestellt, dass Fabian wohl verblutete. Eine Tatwaffe fanden die Beamten bis dato nicht.„Es sieht schlimmer aus“, habe Gina H. gesagtDie Zeugin schilderte bei ihrer Befragung durch den Vorsitzenden Richter ihre Sicht der Geschehnisse vom Morgen des 14. Oktober: Sie habe Gina H. gleich gefragt, warum diese nicht bereits die Polizei gerufen habe. Doch dies habe die Angeklagte zu diesem Zeitpunkt abgelehnt.Später seien die Zeugin, ihre zwei Hunde und die Angeklagte zum Fundort gefahren. Dort sei die Angeklagte mit den Tieren gezielt über einen Acker zur Leiche gegangen, sagte die Zeugin. „Er ist noch da. Es sieht schlimmer aus“, habe Gina H. bei der Rückkehr gesagt. Die Zeugin selbst habe ein paar Meter entfernt gewartet. Die Zeugin glaubt, dass Gina H. noch einmal zum Fundort von Fabian fahren wollte, um frische Spuren zu hinterlassen. Später habe Gina H. den Fund schließlich der Polizei gemeldet.Als Motiv führen die Beamten die „vage Hoffnung“ der Angeklagten an, wieder mit Fabians Vater zusammenzukommen. Gina H. hatte mit diesem eine On-off-Beziehung geführt. Kurz nach der Trennung der beiden verschwand Fabian.Gina H. sitzt seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft. Vor Gericht schweigt sie bislang zu den Vorwürfen. Aber am Donnerstag stellte ihr Verteidiger in Aussicht, dass Gina H. wohl nach der Sommerpause des Gerichts aussagen könnte. Die erste Möglichkeit dafür böte der Termin am 6. August.
Fall Fabian: Gina H. will wohl aussagen
Im Fall des getöteten Fabian schildert eine Zeugin unter Tränen, wie die Angeklagte sie über die Entdeckung der Kinderleiche informierte. Das soll mehrere Stunden vor dem offiziellen Fund gewesen sein.







