Zur Sommersonnenwende am 21. Juni strömen jedes Jahr etliche Menschen nach Stonehenge – die Konstruktion ist darauf ausgerichtet, dass die Sonne dann in den Steinkreis fällt. Archäologen von Wessex Archaeology aus Großbritannien wollen nun einen Prototyp für die berühmte Anlage gefunden haben. Rund 500 Jahre bevor die Steine von Stonehenge ausgerichtet wurden, hätten Menschen nur fünf Kilometer weiter ein ähnliches Monument erschaffen.

Heute sei von der Anlage in der Gemeinde Bulford im Süden Großbritanniens kaum noch etwas zu sehen, schreibt die Gruppe in einer Mitteilung. Die Konstruktion habe einmal aus zwei 120 Metern voneinander entfernten Holzpfählen bestanden; vor allem die Gruben, in denen diese standen, seien noch zu erkennen. Mit Analysen konnte die Gruppe die Konstruktion datieren, sie sei rund 5000 Jahre alt.Die Forschenden rekonstruierten außerdem, wie der Himmel in der Antike ausgesehen haben musste, wie Landschaft und Horizont wohl verlaufen sind. Die Position der Pfähle war demnach kein Zufall: Die Bauherren der Antike hätten die Pfähle so ausgerichtet, dass sie während der Sommersonnenwende direkt auf die aufgehende und während der Wintersonnenwende auf die untergehende Sonne zeigten.