Der Ukrainekrieg und der Irankonflikt haben gezeigt: Drohnen und ihre Abwehr werden immer wichtiger. Das führt nun auch in Deutschland zu ungewöhnlichen Kooperationen. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin vereinbarten etablierte Industriekonzerne wie Mercedes und Heidelberger Druck eine Zusammenarbeit mit Rüstungs-Start-ups. Mercedes-Benz unterschrieb eine Absichtserklärung mit dem Drohnenspezialisten Tytan aus München. Die Heidelberger Druckmaschinen AG kündigte eine Kooperation mit einer Firma aus der Ukraine zu Abwehrtechnik an. Umgekehrt will der Rüstungskonzern Rheinmetall mit dem Start-up ERC System zusammenarbeiten, das Elektroflieger bisher nur für zivile Zwecke entwickelt. Rheinmetall hatte schon vor drei Wochen angekündigt, mit der Telekom einen Drohnenabwehrschirm aufbauen zu wollen, der kritische Infrastruktur wie Staudämme, Brücken oder Kraftwerke schützen soll.Rüstung wird salonfähig in NachhaltigkeitsfondsSo häufen sich die Meldungen der Zusammenarbeit von Firmen, die derzeit nur zivile Güter herstellen, mit Rüstungsunternehmen. Das wirft auch für Anleger Fragen auf. Nicht nur, wie sehr solche Ankündigungen und die spätere Realisierung das Gesamtgeschäft und damit den Aktienkurs der noch rein zivilen Unternehmen beeinflussen werden. Sondern auch, ob die Aktien deswegen aus den vielen Nachhaltigkeitsfonds hinausgeworfen werden. Denn Rüstungsunternehmen werden traditionell aus den sogenannten ESG-Fonds verbannt. Das könnte auch negative Folgen für die Besitzer dieser Fondsanteile haben, denen interessante Unternehmen verloren gehen würden.