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Eigentlich wollte Serkan Çalar am 2. Februar 2026 gar nicht arbeiten. Sein Vater hatte Geburtstag, und seine Familie feierte Beraat Kandili, die »Nacht der Vergebung«, ein wichtiger religiöser Feiertag für gläubige Muslime. Kurz bevor er an jenem Montagabend in den Regionalexpress 4131 von Heidelberg nach Homburg an der Saar stieg, rief er seinen besten Freund Enes Demir an. Beide arbeiteten damals als Zugbegleiter.

An einem Nachmittag Ende Mai sitzt Enes Demir auf einem Plastikstuhl vor einem Fast-Food-Restaurant im Hauptbahnhof Mannheim, seinem Dienstort. Er heißt eigentlich anders, wir haben seinen Namen in diesem Text auf seinen Wunsch hin geändert. Er spricht schnell, macht große Bewegungen mit den Händen, winkt einem der Ladenbesitzer zum Gruß zu. Doch wenn es um diesen Anruf geht, wird er leiser und langsamer. Seine Hände ruhen auf dem Tisch.