PfadnavigationHomePolitikAuslandG7-GipfelTrump droht Iran mit neuen Angriffen – US-Medien veröffentlichten 14-Punkte-PlanStand: 17:58 UhrLesedauer: 4 MinutenDer stellvertretende Chefredakteur der „Bild“ Paul Ronzheimer bezweifelt, dass die Trump-Regierung einem Iran-Abkommen mit weitreichenden Zugeständnissen zustimmen wird. Zudem erwartet er Widerstand aus Israel, das die Bedrohung durch die Hisbollah weiterhin in den Fokus stellt.US-Medien haben das angebliche vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran veröffentlicht. Das Weiße Haus revidiert bereits erste Punkte. Und der US-Präsident baut wieder eine Drohkulisse auf.US-Präsident Donald Trump hat dem Iran trotz einer vorläufigen Vereinbarung mit neuen Militärschlägen gedroht. Bei dem Zwischenabkommen handele es sich nicht um eine endgültige Vereinbarung, sagte Trump am Mittwoch am Rande des G-7-Gipfels in Evian. „Es ist eine Absichtserklärung. Und wenn sie mir nicht gefällt, werden wir den Iran wieder beschießen und ihnen Bomben auf den Kopf werfen. Wenn sie mir nicht gefällt, wenn sie sich nicht benehmen, werden wir sofort wieder Bomben mitten auf ihre ‌Köpfe werfen, okay?“, erklärte er.Grundsätzlich lobte Trump das von seiner Regierung ausgehandelte Rahmenabkommen. „Das ist eine sehr gute Vereinbarung“, sagte er. Zwar wisse niemand genau, was ‌darin festgehalten sei, „aber sie ist sehr solide, und die meisten Menschen scheinen sehr zufrieden zu sein“. Eine sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran sei in der Vereinbarung allerdings nicht enthalten.Die Vereinbarung soll von beiden Seiten am Freitag in Genf unterzeichnet werden. Offiziell bekannt geworden sind die Inhalte bislang nicht. Mehrere internationale Medien, darunter CNN, Bloomberg und das „Wall Street Journal“, veröffentlichen am Mittwoch einen gleichlautenden, 14 Punkte umfassenden Text, bei dem es sich um einen Entwurf der Vereinbarung handeln soll. Er enthält anders als von Trump behauptet auch eine Aufhebung von Sanktionen.Lesen Sie auchDer Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, erklärte allerdings auf X, der Text entspreche nicht dem tatsächlichen Rahmenabkommen. Ins Detail ging er dabei nicht. In einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurde die Veröffentlichung als unvollständig bezeichnet.14-Punkte-Plan zwischen den USA und Iran: Kriegsende auch im LibanonCNN berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, der Text spiegle die Vereinbarung wider, die von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf bereits digital unterschrieben worden sei. Dem Sender zufolge wird an Details noch gearbeitet, sodass es bis zur Unterschriftenzeremonie in der Schweiz am Freitag noch Änderungen geben könne. Lesen Sie auchDen Berichten zufolge sieht das Abkommen ein „sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanon“ vor. Eine endgültige Vereinbarung soll binnen 60 Tagen ausgehandelt werden. Umgehend nach der Unterzeichnung sollen die USA die Seeblockade gegen iranische Häfen im Persischen Golf aufheben. Der Iran soll seinerseits „sofortige Schritte“ unternehmen, den Verkehr von Schiffen durch die Straße von Hormus zu normalisieren und Minen zu beseitigen.Lesen Sie auchAuch eine mögliche Aufhebung von Sanktionen ist laut den Medienberichten in dem 14-Punkte-Plan vorgesehen. Die USA verpflichten sich dem veröffentlichten Text zufolge, „alle Arten von Sanktionen“, die derzeit gegen den Iran bestehen, aufzuheben, darunter auch solche aus Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Das US-Finanzministerium soll nach der Unterzeichnung Ausnahmegenehmigungen für den iranischen Export von Rohöl erlassen. Bei einem finalen Abkommen müsste allerdings der US-Kongress der Aufhebung von Sanktionen und der Freigabe iranischer Vermögenswerte zustimmen.Zudem sollen die USA mit Partnerländern an einem umfassenden Plan arbeiten, um den Wiederaufbau im Iran und dessen wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Die USA und Partner sollen dabei eine Finanzierung in Höhe von mindestens 300 Milliarden US-Dollar sicherstellen. Trump sagte in Evian, dass sich die USA nicht an diesem Vorhaben beteiligen werden, sondern die Golfstaaten und andere in Vorleistung gehen sollen. „Andere können sich dazu entschließen, aber das ist ihre Sache. Wir investieren nicht, und wir verfügen über keinen entsprechenden Fonds“, erklärte er.Knackpunkt dürfte das Atomprogramm bleiben. Dazu heißt es in dem 14-Punkte-Plan: „Die Islamische Republik Iran wiederholt, dass sie niemals Atomwaffen herstellen wird.“ Die USA und der Iran hätten sich darauf geeinigt, dass die Frage des hochangereicherten Urans und „aller anderen, gegenseitig vereinbarten Fragen mit Atom-Bezug, darunter auch die nuklearen Bedürfnisse des Irans“, in der endgültigen Vereinbarung „angemessen“ beantwortet werden.Bis zu dieser endgültigen Vereinbarung sollen beide Seiten den jetzigen „Status quo“ halten – der Iran bei seinem Atomprogramm und die USA, indem sie keine neuen Sanktionen verhängen oder ihre Truppen in der Region verstärken.dpa/Reuters/sebe