Für die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern ist es einer der bedeutendsten Industrieaufträge der vergangenen Jahre: Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat den ersten Auftrag zum Bau einer Offshore-Konverterplattform der neuen Zwei-Gigawatt-Klasse an ein Konsortium aus Neptun Smulders Offshore Renewables sowie Siemens Energy (NSORe) vergeben. Wesentliche Teile der Anlage sollen künftig in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Gleichzeitig laufen Verhandlungen über einen zweiten Auftrag gleicher Größenordnung. Zusammen könnten beide Projekte ein Auftragsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro nach Mecklenburg-Vorpommern bringen.

NSORe kann sich gegen Mitbewerber durchsetzen

Mit dem Auftrag erschließt sich die Neptun Werft ein neues Geschäftsfeld. Bislang war der Bau der hochkomplexen Offshore-Konverterplattformen nur wenigen internationalen Spezialunternehmen vorbehalten. Die Plattformen gelten als Schlüsseltechnologie für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie. Sie bündeln den auf See erzeugten Strom, wandeln ihn von Wechsel- in Gleichstrom um und ermöglichen so den verlustarmen Transport über große Entfernungen bis an Land.

Der jetzt vergebene Auftrag betrifft das Projekt North Sea Connector 2. Es umfasst die Offshore-Netzanbindung LanWin6 sowie die Gleichstromverbindung DC32 als Teil des geplanten NordOstLink. Die Offshore-Plattform soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt errichtet werden. Die dazugehörige Konverterstation an Land entsteht bei Mühlenbeck nahe Schwerin. Dort wird künftig auch die Gleichstromverbindung NordOstLink zwischen der Nordseeküste und Mecklenburg-Vorpommern enden. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 vorgesehen.