Gleich wird Aram Babayants vor die Menge treten. Der 21-Jährige steht im Foyer der reformierten Kirche im niederländischen Kampen. Die Familie hat heute einen ihrer vielen Medienauftritte. Aram tritt von einem Fuß auf den anderen, fährt sich durchs schwarze Haar, läuft zum Fenster. Durch die Scheibe der Kirche Open Hof sieht er, wie sich fast 50 Menschen an diesem sonnigen Apriltag versammelt haben. Da sitzen ältere Damen auf ihren Rollatoren, Männer halten ihre Smartphones hoch. Sogar ein Fernseh- und ein Radioteam sind gekommen. Aram bläst seine Wangen auf und stößt die Luft wieder aus. Neben ihm warten Aleksa, 4 Jahre alt, Amelia, 12, und Ariana, 15. Sie werfen sich angesichts der Menge einen ungläubigen Blick zu. Hinter den Kindern stehen die Eltern Aleksandar und Karina, sie halten sich im Arm. Dann, gegen 16.10 Uhr, gehen die Babayants los: Schritt für Schritt nähern sie sich der Türschwelle. Überschreiten dürfen sie diese nicht.
Kirchenasyl in den Niederlanden: 14.000 Stunden beten
Im niederländischen Kampen lebt eine Familie im Kirchenasyl. Die Gemeinde schützt sie mit einem Gottesdienst, durchgehend, seit über 500 Tagen. Doch wer hilft hier wem?








