PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKirchenasyl beendet„Bevor er auf die andere Straßenseite zurückkehren konnte, wurde er verhaftet und nun abgeschoben“Veröffentlicht am 04.08.2025Lesedauer: 2 MinutenGottfried Martens, der Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz, hat ein Kirchenasyl mit drei Männern aus Afghanistan verteidigt. Im Interview mit WELT TV sagt er: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie Herr Tschentscher jetzt reagiert.“Eine Berliner Kirche gewährt zum Christentum konvertierten Afghanen Asyl. Jetzt greifen Polizisten in Zivil einen der Migranten ein paar Meter von der Grundstücksgrenze der Kirche entfernt auf. Pfarrer Gottfried Martens erklärt, was vorgefallen sei.Nach der Überstellung eines afghanischen Asylsuchenden aus einem Berliner Kirchenasyl nach Schweden meldet sich der Pfarrer der betreffenden Hauptstadt-Gemeinde zu Wort. Pfarrer Gottfried Martens schildert, wie Polizisten den Afghanen christlichen Glaubens aufgreifen konnten und dabei ohne Verletzung des Kirchenasyls vorgingen: Am vergangenen Montag habe sich am Nachmittag einer der afghanischen Christen aus Hamburg, denen in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde Kirchenasyl gewährt worden sei, einige Meter von dem Grundstück der Gemeinde entfernt, sagte Martens WELT. Dies sei „ohne nachzudenken und natürlich ohne unsere Erlaubnis und unser Wissen“ geschehen, so der Pfarrer.Lesen Sie auch„Angesichts seiner labilen psychischen Verfassung hatten wir versucht, ihm ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und ihn nicht noch weiter zu verängstigen. Vermutlich deshalb ist er, ohne nachzudenken, auf die Straße gegangen.“ Der Afghane habe nicht erkannt, dass die Kirche von Polizisten in Zivil von einem Auto aus observiert worden sei. „Bevor er wieder auf die andere Straßenseite zurückkehren konnte, wurde er verhaftet und nun nach Schweden abgeschoben“, schildert Martens den Hergang. „Wir bestätigen, dass die Polizei nicht in unsere Kirche eingedrungen ist und sich von daher korrekt verhalten hat.“Dennoch bleibe die Befürchtung bestehen, dass dem afghanischen Christen, wenn auch nicht derzeit und unmittelbar, so doch in der kommenden Zeit eine Abschiebung aus Schweden nach Afghanistan bevorstehe und bei ihm somit weiterhin Leib und Leben in Gefahr seien. „Von der Ernsthaftigkeit seiner Konversion zum christlichen Glauben sind wir weiterhin ohne Einschränkung überzeugt.“Lesen Sie auchHamburg hatte von Berlin die Überstellung der drei Männer im Rahmen des Dublin-Abkommens gefordert. Dies löste erhebliche Spannungen zwischen den Regierungen der beiden Stadtstaaten aus. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warf seinem Berliner Amtskollegen, dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), einen „systematischen Missbrauch des Kirchenasyls“ vor. In einem öffentlich gewordenen Brief kritisierte Tschentscher die Weigerung der Berliner Polizei, das Gotteshaus zu durchsuchen, und sprach er von einem „schweren Schlag gegen den Rechtsstaat“. Berlin betonte die politische Weisung, Kirchenasyl zu respektieren und bot an, Hamburg könne eigene Polizeikräfte entsenden.Die Berliner Dreieinigkeitskirche rechtfertigt ihr Handeln mit dem Argument, dass eine Überstellung faktisch einem Todesurteil in Afghanistan gleichkomme, da Schweden konsequent Abschiebebescheide für konvertierte afghanische Christen ausstelle. Das lässt Hamburg nicht gelten.Wenn die Afghanen sechs Monate in Deutschland bleiben, wird Deutschland gemäß Dublin-Verordnung für sie zuständig. Nach dieser Vereinbarung ist grundsätzlich der EU-Ersteinreisestaat für das Antragsverfahren eines Asylbewerbers zuständig, nach sechs Monaten Aufenthalt in einem anderen Staat geht die Zuständigkeit aber auf diesen über.jac/kad
Kirchenasyl beendet: „Bevor er auf die andere Straßenseite zurückkehren konnte, wurde er verhaftet und nun abgeschoben“ - WELT
Eine Berliner Kirche gewährt zum Christentum konvertierten Afghanen Asyl. Jetzt greifen Polizisten in Zivil einen der Migranten ein paar Meter von der Grundstücksgrenze der Kirche entfernt auf. Pfarrer Gottfried Martens erklärt, was vorgefallen sei.







