PfadnavigationHomeSportFußballWMFrankreichSeine Kritiker lassen Kylian Mbappé kaltStand: 15:28 UhrLesedauer: 4 MinutenNach dem 3:1-Auftaktsieg gegen Senegal spricht Kylian Mbappé über seine Ziele mit der französischen Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft. Das Interview im Video.Frankreichs Superstar ist mit zwei Toren maßgeblich verantwortlich für den guten Start des Titel-Favoriten. Und so ganz nebenbei hat der neue Rekordtorschütze der Équipe Tricolore auch seine Kritiker verstummen lassen.Der Torjubel war untypisch für Kylian Mbappé – doch er hatte sichtlich Spaß daran. Zunächst schien alles wie immer zu sein. Er verschränkte auch im MetLife Stadium in New Jersey die Arme und setzte seinen bekannten entschlossenen Blick auf. Doch dann gab es eine Variation. Der französische Superstar hielt sich die Hände vor den Mund und tat so, als ob er Querflöte spielte. Dabei grinste er breit.Damit löste Mbappé ein Versprechen ein. Vor wenigen Tagen war der 27-Jährige zu Gast in James Cordens Talkshow „Afterhour“. Dabei hatte er dem englischen Entertainer, der in den USA auch durch seine „Carpool Karaoke“ bekannt ist, erzählt, er hätte als Kind Querflöte gespielt. Als er dann versuchte, eine Kostprobe zum Besten zu geben, geriet das zu einer ziemlich schrillen Angelegenheit. Corden fragte Mbappé danach, ob er die Querflöte nicht vielleicht doch besser pantomimisch in einem Torjubel einbauen könnte. Dem kam der Stürmer nun noch nach.Lesen Sie auchGleich zweimal konnte Mbappé am Dienstag beim 3:1 (0:0) über den Senegal jubeln – wenn auch spät. In der fünften Minuten der Nachspielzeit erzielte er das 2:1 – sechzig Sekunden darauf gelang ihm dann noch sein 58. Länderspieltreffer. Damit zog er an Frankreichs bisherigem Rekordtorschützen Olivier Giroud vorbei. Es waren zudem Mbappés WM-Treffer 13 und 14 – damit übertraf er den französischen Uralt-WM-Rekord von Just Fontaine, der 1958 13 Treffer bei nur einer Weltmeisterschaft erzielt hatte. Bis zur Bestmarke der WM-Torschützen, die von Miroslav Klose und Lionel Messi mit jeweils 16 Toren bei mehreren Turnieren gehalten wird, fehlen ihm nur noch zwei Treffer.Dembélé: „Man ist ihm gegenüber sehr unfair gewesen“„Ich bin jetzt Teil der Geschichte meines Landes“, sagte Mbappé nach dem Auftaktsieg – wollte dann aber lieber über die Mannschaft als über sich selbst reden. „Der gute Start war wichtig, um gut in dieses Turnier zu finden. Wir haben ein starkes Team, aber die WM hat gerade erst begonnen“, erklärte der Offensivspieler von Real Madrid. Ob ihm persönlich sein Doppelpack guttun würde, da er gerade in der vergangenen Saison oft in der Kritik gestanden habe, ließ er offen.„Wenn ich für die Leute spielen würde, die mich kritisieren, müsste ich spielen bis ich 80 bin“, sagte Mbappé, als er auf die nicht gerade allzu freundliche Begleitung, die er zuletzt erfahren hatte, angesprochen wurde. Sowohl die französischen Journalisten als auch ein Teil der Fans waren mit ihm nicht gerade zimperlich umgegangen. Bei den Testspielen gegen die Elfenbeinküste in Nantes (1:2) und gegen Nordirland in Lille (3:1) war von einer Minderheit auf den Rängen sogar gepfiffen worden, als sein Name beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung genannt wurde.Lesen Sie auchDas hatte eine Solidarisierung der Mitspieler zur Folge. „Man ist ihm gegenüber sehr unfair gewesen. Die Kritik an Kylian geht ein bisschen zu weit, denn er ist ein unglaublicher Spieler“, sagte Ousmane Dembélé. Für den Ballon d´Or-Gewinner steht der Wert des Kapitäns der Équipe Tricolore außer Frage. „Er ist unser Anführer und ein sehr, sehr wichtiger Spieler“, so Dembélé.Deschamps stellt sich hinter MbappéTatsächlich wurden bei der Einschätzung der Leistungen von Mbappé oftmals die Umstände übersehen. Nach seinem Wechsel von Paris St. Germain zu Real Madrid 2024 haben sich die beiden Klubs in unterschiedliche und wohl überraschende Richtungen entwickelt. Während PSG zweimal hintereinander die Champions League gewann, war für Real zweimal in Folge im Viertelfinale Endstation. Das wurde in der Wahrnehmung der französischen Öffentlichkeit vor allem mit Mbappés in Verbindung gebracht.Tatsächlich hat der Stürmer auch seinen Teil dazu beigetragen. Nach seinem Abgang tritt PSG kompakter auf, auch die Offensivspieler – selbst Dembélé – arbeiten mittlerweile mit nach hinten oder beteiligen sich am Pressing. Das war nie das Ding von Mbappé. Doch seine herausragenden Fähigkeiten sind für die Nationalelf immer noch unverzichtbar.„Es stimmt, er verteidigt weniger als andere, aber dafür ist er auch nicht hier“, sagte Didier Deschamps. Der Nationaltrainer stellte sich nach dem Sieg über den Senegal ebenfalls gegen die Mbappé-Kritiker. „Die französische Nationalmannschaft ist mit Kylian immer stärker als ohne. Auch wenn er bei Real Madrid in der vergangenen Saison nicht immer eine gute Zeit hatte und keinen Titel gewonnen hat, ist er überragend und noch effektiver geworden.“Diesen Beweis führte Mbappé am Dienstag auf eindrucksvolle Weise. Das mussten auch die Franzosen, die ihn kritisch sehen, anerkennend zur Kenntnis nehmen.
Fußball-WM 2026 - Frankreich: Seine Kritiker lassen Kylian Mbappé kalt - WELT
Frankreichs Superstar ist mit zwei Toren maßgeblich verantwortlich für den guten Start des Titel-Favoriten. Und so ganz nebenbei hat der neue Rekordtorschütze der Équipe Tricolore auch seine Kritiker verstummen lassen.












