Der US-Biotechkonzern Moderna zieht die Übernahme von Produktionsstätten seines deutschen Konkurrenten Biontech in Betracht. „Wenn wir die ​richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im ‌Vergleich zu einem Neubau“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel (53) dem „Handelsblatt“ in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Auch die Weiterbeschäftigung von Biontech-Mitarbeitern, die von den Werkschließungen betroffen sind, sei in diesem Fall eingeplant. Bancel betonte, er führe derzeit Gespräche mit der ​Regierung über eine langfristige Zusammenarbeit, ähnlich wie sie Moderna bereits in Großbritannien und Kanada eingegangen ⁠sei. „Es ⁠ist kein Zufall, dass ich aktuell in Berlin bin. Ich möchte wirklich investieren.“Biontech spezialisiert sich auf KrebsforschungBiontech hatte im Mai angekündigt, wegen der eingebrochenen Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen mehrere ‌Standorte zu schließen, darunter die Werke in Marburg ​und Idar-Oberstein sowie die ‌Standorte des übernommenen Tübinger Rivalen Curevac. Bis zu 1860 Stellen könnten gestrichen werden. Die Ankündigung sorgte auch für erhebliche Kritik.

Während sich das Mainzer Unternehmen künftig auf die Krebsforschung spezialisieren will, setzt Moderna weiterhin auch auf das Geschäft mit ‌Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten. Vor einem Investitionsbeschluss drängte Bancel jedoch auf bessere Rahmenbedingungen und Planungssicherheit in Deutschland.