PfadnavigationHomeWirtschaftImpfstoff-RieseAusverkauf von Biontech beginnt – Moderna will offenbar deutsche Werke übernehmenStand: 11:08 UhrLesedauer: 2 MinutenBis zu 1860 Stellen sind von der Werksschließung des Impfstoffherstellers Biontech betroffen Quelle: Boris Roessler/dpaDie geplanten Schließungen von Biontech-Standorten in Deutschland könnten dem Konkurrenten Moderna in die Hände spielen: Der US-Biotechkonzern zeigt Interesse an Werken. Allerdings unter Bedingungen.Der US-Biotechkonzern Moderna bringt sich als möglicher Käufer von deutschen Biontech-Werken in Stellung. Der US-Biotechkonzern prüft die Übernahme von Produktionsanlagen, die sein Konkurrent im Zuge eines Sparprogramms schließen will. „Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau“, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel dem „Handelsblatt“. Auch die Weiterbeschäftigung von Biontech-Mitarbeitern, die von den Werksschließungen betroffen sind, sei in diesem Fall eingeplant: „Wenn wir in ein Werk investieren würden – ganz sicher.“Bancel betonte, er führe derzeit Gespräche mit der Bundesregierung über eine langfristige Zusammenarbeit, ähnlich wie sie Moderna bereits in Großbritannien und Kanada eingegangen sei. „Es ist kein Zufall, dass ich aktuell in Berlin bin. Ich möchte wirklich investieren.“ Vor einem Investitionsbeschluss drängte der Moderna-Chef jedoch auf bessere Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine klare Richtung in Deutschland.Lesen Sie auchKritik übte Bancel an den Plänen der Bundesregierung, die Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung durch strengere Preisregeln und höhere Herstellerrabatte zu verringern. Diese Unsicherheit gefährde Investitionen. Sollte es zu keiner Einigung mit Berlin kommen, werde er sich nach Alternativen in Europa umsehen.Zugleich warnte Bancel vor einem Verlust technologischer Souveränität. „Dass es bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr in Deutschland und Europa geben wird, ist ein massives Souveränitätsproblem.“ In China würden derzeit mindestens fünf mRNA-Unternehmen aufgebaut.Lesen Sie auchBiontech hatte Anfang Mai angekündigt, wegen der eingebrochenen Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen mehrere Standorte in Deutschland zu schließen, darunter die Werke in Marburg und Idar-Oberstein sowie Standorte des übernommenen Tübinger Rivalen CureVac. Bis zu 1860 Stellen könnten gestrichen werden. Während sich das Mainzer Unternehmen künftig stärker auf die Entwicklung und Vermarktung seiner Medikamente, insbesondere im Bereich Onkologie, konzentrieren will, setzt Moderna weiterhin auch auf das Geschäft mit Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten.Reuters/AFP/kami