PfadnavigationHomePolitikDeutschlandWagenknecht will in TalkshowsSo reagiert die ARD auf den „Cancel“-Vorwurf des BSWStand: 14:09 UhrLesedauer: 3 MinutenBSW-Gründerin Sahra WagenknechtQuelle: Christoph Soeder/dpa; Montage: Infografik WELTSahra Wagenknecht beklagt eine öffentlich-rechtliche „Medienbrandmauer gegen das BSW“: Parteivertreter würden vor den Ostwahlen zu selten in TV-Talkshows eingeladen. Die ARD weist solche Vorwürfe zurück.Die ARD weist Vorwürfe des BSW, die Partei werde in politischen Talkshows ausgegrenzt, zurück. „Die großen politischen Talkformate der ARD sind keine Ersatzparlamente“, heißt es in einer E-Mail der ARD-Kommunikationsabteilung an die Wagenknecht-Partei. Das Schreiben ging am 12. Juni an das BSW und liegt WELT vor. Der Sender lege außerhalb der Wahlkampfzeit viele verschiedene Kriterien bei der Auswahl von Talkshow-Gästen an. „Dabei ist die Parteizugehörigkeit nur eines unter mehreren. Ausschlaggebend ist, ob Parteienvertreter etwas Relevantes zum Thema der jeweiligen Sendung beitragen können.“Die BSW-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali und Fabio De Masi erhoben zuvor in einem am 1. Juni an die ARD- und ZDF-Intendanzen gesendeten Schreiben den Vorwurf, dass Vertreter ihrer Partei zu selten in TV-Talkshows eingeladen würden. „Das Canceln unserer Partei und die damit verbundene Ausgrenzung unserer Millionen Wählerinnen und Wähler stellt eine sträfliche Missachtung des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dar“, schreiben die BSW-Chefs. Von Januar bis Mai 2025 seien BSW-Vertreter nur einmal in sämtlichen öffentlich-rechtlichen Talkshows eingeladen gewesen, also etwa bei Markus Lanz, Caren Miosga, Sandra Maischberger oder „Hart aber fair“.Lesen Sie auchDer BSW-Vorwurf: „Wer systematisch relevante Positionen cancelt und Parteien aufgrund ihrer politischen Ausrichtung diskriminiert, braucht sich nicht zu wundern, dass immer weniger Menschen bereit sind, für ein solches Angebot zu bezahlen.“ Unmittelbar nach dem Scheitern des BSW an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2025 machte die damalige Vorsitzende Sahra Wagenknecht eine vermeintliche „mediale Negativkampagne“ gegen ihre Partei kurz vor der Wahl für das dortige Scheitern mitverantwortlich.Lesen Sie auchDie ARD-Sprecherin betont in ihrer Antwort die Rundfunkfreiheit und die vom Bundesverfassungsgericht unterstrichene Programmfreiheit: „Die Redaktionen entscheiden allein und ohne Einfluss von außen, wer zu welchem Thema eingeladen wird“, schreibt die Sprecherin an die BSW-Spitze. „Die Entscheidung, welche Gäste zu welchem Thema eingeladen werden, orientiert sich nicht an der Logik reiner Parteibuch-Arithmetik.“Lesen Sie hier die Antwort der ARD im WortlautDie Teilnehmer wähle man nach „rein publizistischen Kriterien“ aus. „Hierbei sind vielfältige Faktoren zu berücksichtigen: Eine diverse Besetzung nach Alter und Geschlecht kann dabei ebenso geboten sein wie zum Beispiel die berufliche Ausrichtung oder Expertenwissen“, führt die Sprecherin aus. „Wir bitten um Verständnis, dass die ARD daher auch weiterhin die Gäste der Talkrunden allein nach publizistischen Kriterien auswählen wird.“Lesen Sie auchWagenknecht hält an der Beschwerde ihrer Partei fest. Das BSW werde „nahezu vollständig aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk herausgehalten“, sagt die BSW-Gründerin WELT. „Das ist undemokratisch und eine Ohrfeige für unsere Wähler. Vor den Ostwahlen wird die Medienbrandmauer gegen das BSW noch höher gezogen.“Die Antwort der ARD erklärt Wagenknecht zu einem „schlechten Witz“: „Die eklatante Einseitigkeit des Staatsfunks und die Einladung der immer gleichen Kriegspropagandisten als redaktionelle Freiheit zu verkaufen, ist wirklich dreist“, poltert Wagenknecht. Der ÖRR werde seinem Auftrag nicht gerecht. „Die BSW-Blockade ist nur die Spitze des Eisbergs. Es ist kein Zufall, dass die ‚Tagesschau‘ immer mehr Ostdeutsche an die ‚Aktuelle Kamera‘ erinnert“, sagt Wagenknecht. Die „Aktuelle Kamera“ war die zentrale Nachrichtensendung im DDR-Fernsehen. „Mit ausgewogener Berichterstattung und Meinungsvielfalt hat der ÖRR nichts mehr zu tun.“cul
Wagenknecht will in Talkshows: So reagiert die ARD auf den „Cancel“-Vorwurf des BSW - WELT
Sahra Wagenknecht beklagt eine öffentlich-rechtliche „Medienbrandmauer gegen das BSW“: Parteivertreter würden vor den Ostwahlen zu selten in TV-Talkshows eingeladen. Die ARD weist solche Vorwürfe zurück.











