Journalistische Grundsätze : DJV und dju fordern eine Pflicht zur Kennzeichnung von KI17.06.2026, 14:20Lesezeit: 2 Min.Immer mehr Redaktionen nutzen Künstliche Intelligenz. Der Deutsche Journalisten-Verband und die dju fordern harte Regeln für Verlage. Sie wollen eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte im Pressekodex verankern.Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) fordern verbindliche Regeln und eine klare Kennzeichnungspflicht für KI-generierte journalistische Beiträge. Der DJV verlangte am Mittwoch in Berlin, die Kennzeichnungspflicht im Pressekodex zu verankern, der bislang nur Vorgaben für KI-generierte Fotos enthält.„Die aktuelle Diskussion um Künstliche Intelligenz in journalistischen Texten zeigt, dass die Glaubwürdigkeit des Journalismus auf dem Spiel steht“, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Der Verband kündigte an, im Presserat für die entsprechende Erweiterung des Pressekodex zu werben.„Wer ohne Regeln agiert, riskiert die Existenzgrundlage“„Es geht um Transparenz und nicht um die Verteufelung einer neuen Technologie“, betonte Beuster. KI könne durchaus etwa bei der Recherche ein hilfreiches Werkzeug für Medienschaffende sein, Journalisten müssten bei der Nutzung aber klipp und klar Farbe bekennen.Die dju schloss sich der Forderung an und warnte Verlage davor, Künstliche Intelligenz ohne verbindliche Richtlinien im Redaktionsalltag einzusetzen. „Wer hier ohne Regeln agiert, riskiert die eigene Existenzgrundlage“, sagte dju-Bundesgeschäftsführerin Danica Bensmail.Die Gewerkschaft präsentierte einen Fünf-Punkte-Plan für den Umgang mit der Technologie. Im Kern steht dabei, dass die redaktionelle Verantwortung für jeden veröffentlichten Beitrag zwingend bei einem Menschen liegen muss. KI dürfe weder eigenständige Entscheidungen treffen noch Redakteure ersetzen.Neben der Kennzeichnungspflicht pocht die dju auf den Schutz und die Vergütung von Urhebern, deren Arbeit zu Trainingszwecken eingespeist wird. Die Gewerkschaft fordert zudem verbindliche Transparenz- und Qualitätsstandards der Systeme, etwa zur Diskriminierungsfreiheit und Datenschutzkonformität – sowie ein Mitbestimmungsrecht der Beschäftigten bei der Einführung neuer KI-Tools.Befeuert wird die aktuelle Debatte durch mutmaßlich maschinell verfasste Gastbeiträge prominenter Politiker. Die F.A.Z. und die F.A.S. hatten kürzlich Texte des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt sowie des Digitalministers Karsten Wildberger wegen KI-Verdachts depubliziert und im Archiv gesperrt.
DJV und dju fordern eine Pflicht zur Kennzeichnung von KI
Immer mehr Redaktionen nutzen Künstliche Intelligenz. Der Deutsche Journalisten-Verband und die dju fordern harte Regeln für Verlage. Sie wollen eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte im Pressekodex verankern.













