Am Sonntag wird im Thüringer Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in einer Stichwahl über den neuen Landrat entschieden. Gegen den Amtsinhaber Marko Wolfram (SPD) tritt der AfD-Kandidat Thomas Benninghaus an. Wenn der gewinnt, so hat es der Intendant des Rudolstädter Landestheaters Steffen Mensching in Interviews angekündigt, wird er sein Amt niederlegen. Er sagte dem MDR: „Die AfD will ein anderes Land. Und für mich ist es wichtig, da ein Zeichen zu setzen, zu sagen: Ich arbeite mit diesen Leuten nicht zusammen. Für mich existiert da eine Brandmauer. Ich mache das nicht.“
Steffen Mensching (geboren 1958) ist Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler und war eine Hälfte von Wenzel & Mensching, des aus DDR-Zeiten bekannten Clowns-Duos mit Hans-Eckardt Wenzel. Seit 2008 leitet Mensching das Theater und gehört zu den profiliertesten Intendanten Ostdeutschlands. Sein Vertrag wurde mehrfach, zuletzt 2024 einstimmig bis 2029, verlängert.
Ein großer Roman
Steffen Mensching feiert im Gulag die Zivilisation
Mensching ist ein sehr bodenständiger Typ, der wirklich keine Angst vor der Auseinandersetzung hat. Sein Erfolg als Theaterleiter beruht auch darauf, dass er sein Haus nicht als eine letzte Bastion der moralischen Rechthaber und Ansager geführt hat, sondern es offen hält und sich für die Anliegen und Meinungen derer interessiert, die sich von den amtierenden Parteien nicht repräsentiert fühlen. Nun hat ausgerechnet dieser tapfere Verfechter des Dialogs eine Grenze gezogen.







