Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wird an diesem Sonntag ein neuer Landrat gewählt. Die AfD könnte nach Sonneberg ein zweites kommunales Spitzenamt im Freistaat erobern – die Ausgangslage gilt vor dem Urnengang als offen.

Amtsinhaber Marko Wolfram (SPD) bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. Der 52-jährige Volkswirt führt das Landratsamt im Südosten Thüringens seit zwölf Jahren. Mit Ausnahme von zwei Jahren wird der Kreis seit seiner Gründung 1994 von der SPD geführt. Bei der Wahl 2020 hatte Wolfram bereits im ersten Wahlgang 58,5 Prozent der Stimmen erhalten, bei einer Wahlbeteiligung von 42,4 Prozent.

Für die AfD geht der Landtagsabgeordnete Thomas Benninghaus ins Rennen. Der 1973 geborene kaufmännische Fachwirt wird dem Lager um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke zugerechnet. Bei der Landtagswahl vor zwei Jahren hatte Benninghaus in der Region ein Direktmandat gewonnen. Kritiker werfen ihm Äußerungen vor, die sie als geschichtsrevisionistisch bewerten – insbesondere im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Als dritter Bewerber tritt der parteilose Bauingenieur Wolfgang Wehr an. Der 1964 geborene Professor an der Fachhochschule Erfurt war zwischen 2018 und 2024 Bürgermeister der Kleinstadt Gräfenthal und könnte von BSW und FDP unterstützt werden.