Das künstlerische Leitungsduo, Christoph Gröner und Julia Weigl, setzt weiterhin auf einen Mix aus deutschem Filmschaffen, internationaler Filmkunst, Mainstream und Entdeckungen – für Erwachsene und ausdrücklich auch auf junge Besucherinnen und Besucher. Außerdem auf sommerliche Begegnungen und Gespräche, Partys und Branchentreffs. Erstmals gibt es zwei Festivalzentren: neben dem Amerikahaus soll auch die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) Anlaufstelle für alle sein. Tickets gibt es ab 18. Juni über die Filmfest-Website. blöEhrengäste und GalasDavid Duchovny, hier in der britischen Serie „Malice“ aus dem Jahr 2025, wird in München mit dem „Cinemerit Award“ für seine Verdienste um die Filmkunst ausgezeichnet. IMAGO/Supplied by LMK/IMAGO/Landmark MediaWas den internationalen Glamour betrifft, den man sich seit jeher sehnlichst wünscht in München, haben Gröner und Weigl gut vorgelegt in den vergangenen Jahren: Kate Winslet und Jessica Lange, Gillian Anderson und Stellan Skarsgård – sie und viele weitere Filmpersönlichkeiten sind zuletzt über die türkisfarbenen Teppiche geschritten. In diesem Jahr lauten die schillerndsten Namen mit internationaler Strahlkraft: Sandra Hüller, Toni Servillo, Pedro Almodóvar, Shootingstar Ella Rumpf und nicht zuletzt – David Duchovny.Aber der Reihe nach. Bei der großen Eröffnungsgala in der Isarphilharmonie wird die Deutschland-Premiere des Historienfilms „Vaterland“ gefeiert (27. Juni), mit dem die in aller Welt umschwärmte Hüller zuletzt in Cannes für Furore sorgte.Bei den Filmfestspielen in Cannes umjubelt: Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller macht mit „Vaterland“ von sich reden. Das Drama um Thomas und Erika Mann eröffnet das Filmfest München. Scott A Garfitt/AP PhotoAuch ihre Schauspielkollegen Hanns Zischler und August Diehl sowie der Regisseur Paweł Pawlikowski werden in München erwartet. In dem Schwarz-Weiß-Drama des polnischen Oscar-Preisträgers Pawlikowski reisen Thomas Mann (Zischler) und Erika Mann (Hüller) durch das zerbombte Nachkriegsdeutschland des Jahres 1949. Verhandelt werden Fragen zu den Themen Heimat und Vergangenheitsbewältigung.Für seine herausragenden Verdienste um die Filmkunst wird der italienische Schauspieler Toni Servillo mit dem „CineMerit Award“ geehrt. Servillo, eng verbunden mit dem Werk des Meisterregisseurs Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza“), wird die Auszeichnung persönlich entgegennehmen: Bei der Gala am 29. Juni soll die jüngste Zusammenarbeit von Servillo, 67, und Sorrentino, 55, zur Aufführung kommen: das anrührende Drama „La Grazia“ aus dem Jahr 2025.In „La Grazia“ (2025) spielt Toni Servillo den fiktiven italienischen Staatspräsidenten Mariano De Santis. Andrea PirrelloEbenfalls einen „CineMerit Award“ erhält David Duchovny. Der 65-Jährige aus New York, den viele als Agent Mulder aus der US-Hitserie „Akte X“ kennen, ist in München in Jay Duplass’ neuem Film „See You When I See You“ zu sehen, der als offizieller Abschlussfilm gezeigt wird: Am Samstag, 4. Juli, 19.30 Uhr, am Tag der „Award Ceremony“, wird Duchovny persönlich im Amerikahaus geehrt.Wie im Vorjahr stehen bereits die ersten Festivaltage im Zeichen großer Galas mit ebenso großem Star-Aufgebot: Von Sonntag bis Dienstag, 28. bis 30. Juni, gibt es wieder sechs Premieren im Deutschen Theater, jeweils nachmittags und abends. Der spanische Meisterregisseur Pedro Almodóvar stellt persönlich sein neues Drama „Bitteres Fest“ vor, das kürzlich in Cannes Weltpremiere hatte. Ebenfalls als Deutschlandpremiere läuft „Couture“, ein Film über die Welt der Mode abseits des Glamours. Regisseurin Alice Winocour reist mit der schweizerisch-französischen Schauspielerin Ella Rumpf an (Hauptdarstellerin Angelina Jolie ist nur auf der Leinwand zu sehen).Auch die neuen Werke von Lars Jessen („Spaziergang nach Syrakus“), Helena Hufnagel („Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir“), Christian Zübert („Die falsche Tochter“ nach einem Drehbuch von Juli Zeh) und Markus Goller („23 000 Leben“) kommen groß heraus. Live dabei: deutsche Filmgrößen wie Charly Hübner, Katharina Thalbach, Heino Ferch, Louis Hofmann und Mala Emde. blöDeutsche Filme und SerienEsther Schweins macht sich im Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ Gedanken über das Frauenbild der Neunzigerjahre. Basis Berlin Filmproduktion/ZDF/Thomas LützEs fehlen ihnen einfach die Gags, bei denen sie sich auf die Schenkel klopfen können: Gemeint sind nicht die Hater, die Online-Kommentare bei jedem neuen deutschen Film hinterlassen. Nein, diese Aussage stammt von Hella von Sinnen, die sich schon vor Jahren über das männliche Humorverständnis wunderte. „Was haben wir gelacht“ heißt der Dokumentarfilm über weibliche TV-Comedians und über das Frauenbild der Neunzigerjahre.Um weibliche Perspektiven geht es auch Jutta Brückner, der das Filmfest eine Hommage widmet. In ihren Filmen „Tue recht und scheue niemand“ und „Hungerjahre“ geht es um Mutter-Tochter-Beziehungen, ebenso wie in der neuen Regiearbeit „Im Spiegel meiner Mutter“, den sie mit ihren Stars Corinna Harfouch, Carla Juri und Hildegard Schmahl in München vorstellen wird.Das neue Ermittlerduo des Münchner „Tatorts“ feiert Premiere auf dem Filmfest: Gezeigt wird der erste gemeinsame Fall von Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer, links) und Nikola Buvak (Carlo Ljubek). Linda Gschwentner/BR/Bavaria FictionBei den nationalen Premieren werden viele Regisseurinnen erwartet: Randa Chahoud beschäftigt sich mit Cancel Culture und Zugehörigkeit („Identitti“), Milena Aboyan mit Alltagsrassismus und rechtem Terror („Drei Kameradinnen“), Pauline Roenneberg mit Patriarchen und Familiengeheimnissen („Kalter Hund“). Vor der Kamera stehen Désirée Nosbusch, Julia Koschitz oder Lea Drinda, sowie Moritz Bleibtreu, Matthias Brandt oder August Diehl. Das Drama „Block 10“ mit Christian Berkel und Axel Prahl erzählt vom finstersten Kapitel deutscher Geschichte, von der Misshandlung hunderter jüdischer Frauen 1943 in Auschwitz.In „Zwischenwelten“ taucht das neue Münchner „Tatort“-Team Carlo Ljubek und Ferdinand Hofer ab, beim Filmfest feiern die beiden Premiere. Aus Münchner Perspektive ebenfalls interessant ist die Neunzigerjahre-Serie „München Beats“, die von der Entstehung einer legendären Partyzone erzählt: dem Kunstpark Ost. grüInternationales KinoVom Filmfestival in Cannes nach München: Marie Kreutzers Film „Gentle Monster“ mit Léa Seydoux (im Bild) und Jella Haase. Frédéric Batier/Komplizen FilmBei Filmen soll es um Inhalte gehen, nicht um die Verpackung. Nur entscheidet man doch oft nach Namen oder Zahlen. Der neue Film eines Hollywoodstars? Kann ja nur gut sein. Die Nummer eins der Charts? Das Publikum wird sich ja nicht irren. Beim Filmfest ist das anders: Neben großen Titeln, die für Aufmerksamkeit sorgen, laufen viele internationale Filme, die entdeckt werden wollen.In den Reihen „International Independents“ oder „CineRebels“ sind Filme zu sehen, die es hierzulande kaum ins Kino schaffen, aus Saudi-Arabien („Hijra“), Venezuela („La muerte no tiene dueño“), Afghanistan („Kabul, Between Prayers“) oder Costa Rica („Siempre soy tu animal materno“). Es laufen viele Koproduktionen, einige sogar als Weltpremiere („Transit Times“, „Bruno – Der junge Kreisky“). Im vergangenen Jahr zu Gast beim Filmfest war der Amerikaner Jay Duplass, jetzt läuft sein neuer Film „See You When I See You“, eine Tragikomödie über Trauer, Familie und psychische Gesundheit (mit David Duchovny, siehe oben).Elyas M'Barek (Mitte) in seiner ersten internationalen Hauptrolle: Szene aus „Virginia Woolf's Night and Day“. Woolfs Comdey Productions Ltd.Groß ist die Neugierde auf den aktuellen Cannes-Jahrgang: Neben „Vaterland“ darf man sich auf die österreichischen Filme „Everytime“ (mit Birgit Minichmayr) und „Gentle Monster“ (mit Léa Seydoux und Jella Haase) sowie auf die japanischen Filme „Sheep in the Box“ und „All of a Sudden“ freuen. Im Cannes-Wettbewerb liefen auch das in Bulgarien entstandene Drama „Das geträumte Abenteuer“ der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach oder das Aids-Drama „The Man I Love“ mit Rami Malek.Wer gerne Filme entdeckt, bevor sie andere entdecken, dem seien „The Invite“ (das US-Remake einer spanischen Nachbarschafts-Sexkomödie), „Virginia Woolf’s Night & Day“ (mit Elyas M’Barek in seiner ersten internationalen Hauptrolle) oder die britische Literaturverfilmung „H wie Habicht“ empfohlen: Diese Filme werden schon bald regulär in den Kinos zu sehen sein. grüProgramm für junge Leute„Das Geheimnis der gestohlenen Maske“ ist ein Kriminalfilm ab acht Jahren. Made For/Steffen JunghansDer Auftakt des Kinderfilmprogramms „CineKindl“ ist unterhaltsam und kriminell zugleich: Im schwedischen Animationsfilm „Dante“ wird der Bankmanager Helge beschuldigt, den Tresor geplündert zu haben. Beistand erhält er von der Titelfigur, einer gewieften Ratte, die Helge helfen will, den wahren Täter zu finden.Zu Unrecht beschuldigt wird auch der Großvater der elfjährigen Johanna. Denn nach seiner Einreise aus Tansania wird er verdächtigt, ein wichtiges Kulturobjekt des Landes gestohlen zu haben. Jetzt liegt es an Johanna und ihren Freunden, „Das Geheimnis der gestohlenen Maske“ zu lüften. Ein deutscher Kriminalfilm ab acht Jahren, der veranschaulicht, wie manche kulturellen Schätze eigentlich ins Museum kommen. „Checkerin“ Marina Blanke und „Checker“ Julian Janssen spielen in dem Krimi von Nancy Mac Granaky-Quayes Nebenrollen und werden auch bei den Screenings zu Gast sein.Mentor von „Cinekindl“: Tobias Krell alias Checker Tobi. Christian Charisius/dpaDarüber hinaus ist auch ihr Kollege Tobias Krell („Checker Tobi“) als Mentor von „CineKindl“ wieder mit einem Digitalen Schulworkshop dabei, der am 29. Juni um 9.45 Uhr vor Live-Publikum aufgezeichnet wird (Anmeldungen unter cinekindl@filmfest-muenchen.de). Eine Teilnahme ist in der HFF möglich oder per Livestream im Klassenzimmer. Auf Anfrage gibt es den Workshop auch zum Nachschauen.Zu einem generationenübergreifenden Kontakt kommt es auch in dem mit viel italienischem Flair gedrehten Film „Mein Sommer bei Nonna“ von Margherita Spampinato, in dem Nico in den großen Ferien zu seiner resoluten Großtante Gela nach Sizilien geschickt wird. In ihrem Haus gibt es kein Wi-Fi, dafür Geister aus der Vergangenheit. Doch ausgerechnet hier findet Nico seine erste Liebe.Ebenfalls in flirrender Sommerhitze spielt der belgische Film „Heute heißen alle Sorry“ über die 13-jährige Bianca, die einen wilden Strudel von pubertären Gefühlen durchlebt (Drehbuch und Regie: Frederike Migom). Von ihren Eltern fühlt sie sich wahlweise eingesperrt oder übersehen. Doch dann sitzt plötzlich ihre Lieblingsschauspielerin Billie King im Wohnzimmer. Und schenkt ihr jene Aufmerksamkeit, die sie so sehr vermisst (ab 12 Jahren). Insgesamt neun Langfilme und einen Kurzfilmblock umfasst das Programm. byEvents, Partys & GesprächeNoch vor der offiziellen Eröffnungsgala steigt am Freitag, 26. Juni, im Kunstareal die „Junge Nacht“. Hier ein Bild aus dem Vorjahr. Ronnie Heine/Filmfest MünchenNetze haben nicht immer den besten Ruf, die einen verfangen sich darin, andere zappeln oder fallen gleich durch. Das Filmfest aber spannt ein kulturelles Netz in der Stadt, ein Miteinander der Künste soll es geben. Zum Auftakt am Freitag, 26. Juni, etwa findet die „Junge Nacht“ im Kunstareal statt, mit Musik, Workshops und freiem Eintritt ins Museum Brandhorst. Bei der CSD-Politparade am 27. Juni teilt sich das Filmfest mit den Kammerspielen und dem Queer-Film-Festival München einen Wagen.Im Rahmen des Branchenprogramms „Industry Days“ finden Panels oder Workshops statt, oft bei freiem Eintritt. Offen für alle sind auch die interaktiven Medieninstallationen im Pavillon 333 (neben der Pinakothek der Moderne), hier werden die Filme der Retrospektive „Why Can’t We Live Together?“ auf neue Weise erfahrbar gemacht.Wer Stars hautnah erleben möchte, hat dazu ebenfalls Gelegenheit: Bereits am Donnerstag, 25. Juni, 19 Uhr, findet im Hotel Olympic ein „Actors Talk“ mit dem Schauspieler Hanns Zischler („Vaterland“) statt (Gastgeber: Georg Seitz; 18 Uhr Vernissage mit Fotos von Zischler). In den Tagen darauf darf man sich im Amerikahaus und in der HFF auf Gespräche mit Josef Hader (im BR- und SZ-Talk), Sabrina Setlur, Margarethe von Trotta oder dem US-Regisseur Ira Sachs freuen. Und ganz am Ende wird noch mal getanzt: Am Samstag, 4. Juli, findet im Ampere die Abschlussparty statt. grüSZ- und BR-PublikumspreiseWährend des Filmfests werden zahlreiche Preise vergeben. Die Bandbreite reicht vom „CineMerit“-Award für herausragende Persönlichkeiten (Toni Servillo und David Duchovny) über Auszeichnungen in den Wettbewerbsreihen „CineMasters“, „CineVision“ und „CineRebels“ zu den in der Branche wichtigen Förderpreisen Neues Deutsches Kino sowie die Bernd-Burgemeister-Fernsehpreise. Auch der mit 100 000 Euro sehr hoch dotierte „CineCoPro“-Award für die beste deutsche Koproduktion wird erneut vergeben, ebenso der „QMS Award“ für das beste queere Langformat.Am interessantesten für die Besucher sind wohl die Publikumspreise, „Audience Award“ genannt. Die von SZ und BR präsentierten Auszeichnungen werden in zwei Kategorien vergeben: für deutsche und für internationale Filme. Jeder Zuschauer kann via QR-Code die Filme bewerten, die er gesehen hat. Teilnehmende können zwei VIP-Pakete für Klassik am Odeonsplatz am 11. Juli 2026 gewinnen. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Filmfest-Award-Gala am Samstag, 4. Juli, im Amerikahaus statt. Das junge Programm „CineKindl“ hat zwei eigene Awards. blö43. Filmfest München, Freitag, 26. Juni, bis Sonntag, 5. Juli, diverse Orte, Programm und Tickets unter filmfest-muenchen.de
David Duchovny und Sandra Hüller kommen zum Münchner Filmfest 2026 – Höhepunkte und Tipps
Beim Filmfest wird München zur Kinometropole. Stars wie David Duchovny, Sandra Hüller und Toni Servillo reisen an, Neues gibt es auch von Angelina Jolie. Der große Überblick.






