Bei der ersten Zinssitzung der US-Notenbank Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh (56) wird an diesem Mittwoch weiter keine Änderung beim Leitzins erwartet. Ökonomen rechnen überwiegend damit, dass die US-Notenbanker den Leitzins zum vierten Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten werden. Zuletzt hatte die Fed im Dezember an der Zinsschraube gedreht, als der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt worden war.Die Zinssitzung dürfte allerdings Hinweise liefern, welche Neuerungen der seit dem 22. Mai amtierende Notenbankpräsident plant. Analyst Bernd Weidensteiner von der Commerzbank geht davon aus, dass tiefgreifende Änderungen bei der Geldpolitik kurzfristig kaum durchsetzbar sein dürften.US-Präsident Donald Trump (80) hatte zuvor versichert, dass er keinen Druck auf den neuen Fed-Chef Warsh ausüben will. Sein Vorgänger Jerome Powell (73) war von Trump mehrfach heftig kritisiert worden, wobei der Präsident immer wieder Zinssenkungen gefordert hatte. Auch jüngst hatte sich Trump für eine Zinssenkung ausgesprochen.Eine Zinssenkung dürfte beim zweitägigen Treffen des geldpolitischen Rates aber kaum ernsthaft zur Debatte stehen, sagte Analyst Weidensteiner und begründete dies mit den Inflationsrisiken, die sich seit der letzten Sitzung im April wegen der Folgen des Irankriegs weiter erhöht hätten.Im Mai war die Inflation in den USA auf ein mehrjähriges Hoch bei 4,2 Prozent gestiegen. Die Teuerung auf Basis des von der US-Notenbank bevorzugten umfassenden Inflationsmaßes, des Deflators der Konsumausgaben (PCE), lag zuletzt im April knapp unter 4 Prozent und damit ebenfalls deutlich über dem angepeilten Ziel der Fed von 2 Prozent. Dies ist eine Entwicklung, die eher für steigende Zinsen spricht.Allerdings sind die Ölpreise zuletzt deutlich gefallen, was die Inflationserwartungen wieder dämpfte. Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Im Zentrum stand dabei auch die Straße von Hormus. Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge soll nach der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden.
Trotz Drucks von Trump: Warum die US-Notenbank ihren Leitzins wohl nicht verändern wird
Großer Tag für Kevin Warsh: Erstmals wird die US-Notenbank Fed heute unter ihrem neuen Chef über den Leitzins entscheiden. US-Präsident Trump wünscht sich seit Langem niedrigere Zinsen, doch der Wunsch bleibt vorerst vermutlich unerfüllt.










