Viel Licht und viel Holz aus einheimischen Wäldern: Jetzt liegen die Detailpläne für das neue Dock A am Flughafen Zürich aufDer Vorgängerbau wird abgerissen. Als er 1985 eingeweiht wurde, waren 100 000 Schaulustige und ein Bundesrat dabei.17.06.2026, 05.00 Uhr4 LeseminutenWie auf dieser Visualisierung der Flughafen Zürich AG könnte das neue Dock A aussehen.Visualisierung: Flughafen Zürich AGWer am Flughafen Zürich eine Maschine mit einem Ziel im Schengen-Raum besteigt, absolviert zuvor eine Zeitreise. Von der modernen, hellen und luftigen Haupthalle, dem Airside-Center, geht es zuerst nach rechts in Richtung NZZ-Café, dann biegt man nach links ab in das Dock A. Dieser Gebäudeteil ist durchwirkt vom Geist und Design der 1980er Jahre: fensterlose Abschnitte, dunkle Wände, Steinböden aus Jura-Kalkstein samt fossilen Einschlüssen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Kneift man dann auf dem Rollband stehend die Augen zusammen, könnte man fast meinen, draussen einen Swissair-Jumbo zu erspähen. Oder eine Fokker 100. Genau für diese aus Zürich längst verschwundenen Flugzeugtypen wurde das Fingerdock A gebaut. Eingeweiht wurde es am 1. November 1985 von Bundesrat Leon Schlumpf. Zu einem Wochenende der offenen Tür strömten rund 100 000 Besucher an den Flughafen. Die SBB organisierten Extrazüge. Die Tour führte sogar aufs Vorfeld, direkt unter die Schwanzflossen der parkierten Flugzeuge. Auch den modernsten Jet der Swissair-Flotte, den Airbus A310, konnte man besichtigen.Das neue Dock A (rot) wird deutlich grösser als das alte (gelb). Es gibt auch einen neuen Tower (grau).Flughafen Zürich / PDDer 450 Meter lange Bau hatte nie den Anspruch, repräsentative Grandezza zu versprühen. Das Dock A sollte, wie es die NZZ damals zur Einweihung schrieb, ein Zweckgebäude sein. Und kosten durfte es auch nicht allzu viel. Dass es heute in dem doppelstöckigen Schlauch so wenig Tageslicht gibt, hat auch damit zu tun, dass sich ursprünglich geplante durchgehende Fensterbänder als zu teuer erwiesen.Das Dock verschlang samt neuem Tower 200 Millionen Franken, was heute etwa 320 Millionen Franken entspricht. Das scheint nach modernen Massstäben nicht besonders viel für einen halben Kilometer Flughafengebäude. Die Stadt Zürich baut Hallenbäder, die mehr kosten. Dafür waren damals die Fremdkapitalkosten höher: Die Flughafen-Immobilien-Gesellschaft legte für ihre Bauprojekte 1985 eine Anleihe mit 5 Prozent Zins auf. Solche Obligationen-Renditen sind heute genauso Phantasie wie eine Boeing 747 mit Schweizerkreuz.Sogar länger als das Dock EAlles andere als eine Phantasie ist das, was der Flughafen mit dem Dock A vorhat. Es soll nämlich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Flughafen-Verantwortlichen hatten ihre Pläne vor vier Jahren erstmals vorgestellt, nun liegt das Detailprojekt für den Umbau öffentlich auf. Das Bauprojekt wird über eine Milliarde Franken kosten – also viel mehr als ein Hallenbad.Das neue Dock A wird insgesamt 550 Meter lang werden und damit 100 Meter länger als sein Vorgängerbau und sogar 50 Meter länger als das 2003 eröffnete Interkontinental-Dock E. Mit diesem teilt es die luftige Architektur mit grossen Fensterfronten. Das Dock ist so aufgebaut, dass es sowohl Schengen- wie Non-Schengen-Flüge abfertigen kann – die Passagierströme werden entsprechend getrennt. Bemerkenswert ist, welcher Werkstoff im neuen Dock A dominieren wird, nämlich Holz aus einheimischer Herkunft.Am neuen Dock können auf der Südseite gleichzeitig acht Flugzeuge von der Grösse eines Airbus A320 oder einer Boeing 737 abgefertigt werden, sie sind die Standard-Maschinen auf der europäischen Kurzstrecke. Die Nordseite bietet Platz für zwölf dieser Maschinen oder für acht grosse Interkontinental-Flugzeuge wie die Boeing 777. Dazu kommen Bus-Gates. Der A380 hingegen wird auch künftig einzig das Dock E ansteuern können. Nur dort hat es genügend Platz für den Superjumbo.Mit dem alten Dock A weichen muss auch der damals erstellte Tower. Er wird durch einen neuen Bau ersetzt, der wieder im Dock integriert wird. Der Tower ist baurechtlich aber nicht Teil des jetzt aufgelegten Projekts – dieser Neubau ist bereits bewilligt und wird ab 2027 erstellt. Das neue Dock A wird voraussichtlich ab 2030 gebaut. Die Einweihung wird frühestens 2035 sein. Intensiv geprüft, aber letztlich verworfen worden war eine Totalsanierung des Altbaus wie 2011 beim Dock B.Flughafen ist wie eine Kathedrale – ständig wird gebautAls vor 40 Jahren das erste Fingerdock A eingeweiht wurde, schrieb die NZZ, dass ein Flughafen einer Kathedrale gleiche – ständig werde bei laufendem Betrieb irgendwo etwas gebaut. Diese Beschreibung trifft auch heute zu. Rund ein Drittel aller Passagiere wird am Dock A abgefertigt. Auf diese Kapazität kann der Flughafen nicht verzichten. Der Flughafen kann das alte Dock A deshalb nicht einfach stilllegen, abreissen und dann erst auf der gleichen Parzelle mit dem Ersatzbau beginnen.Die Bauverantwortlichen haben eine elegante Lösung gefunden: Das neue Dock A wird nördlich des bestehenden Docks erstellt. Damit können wenigstens die Gates im alten Dock, die nach Süden gehen, weiterhin genutzt werden. Weiter werden temporäre Standplätze geschaffen. Sobald das neue Dock dann fertiggestellt ist, kann es auf seiner Nordseite die ersten Flüge aufnehmen. Anschliessend wird das alte Dock A abgerissen, womit das neue Dock auch seine Südstandplätze nutzen kann und so seine vollständige Kapazität erreicht.Die detaillierten und umfangreichen Baupläne können online eingesehen werden. Ob es zur Einweihung wieder ein Volksfest samt Bundesrat geben wird, ist offen.Passend zum Artikel
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Der Vorgängerbau wird abgerissen. Als er 1985 eingeweiht wurde, waren 100 000 Schaulustige und ein Bundesrat dabei.






