Der Flughafen Zürich rüstet seine Lifte in den Parkhäusern um – und verärgert damit ReisendeEin neues Zielrufsystem soll zu mehr Effizienz führen. Zurzeit geschieht das Gegenteil. Der Flughafen bedauert die längeren Wartezeiten und setzt Airport-Guides ein.Nadine Gerber05.06.2026, 05.03 Uhr2 LeseminutenMenschen mit Rollkoffern gehen im Parkhaus des Flughafens in Richtung der Lifte.Gaëtan Bally / KeystoneWer dieser Tage am Flughafen Zürich sein Auto parkiert, sollte nicht nur genügend Zeit, sondern auch Ausdauer mitbringen. Das Problem: die Lifte im Parkhaus P3. Die Türen der Aufzüge öffnen sich zurzeit erst nach minutenlangem Warten – wenn überhaupt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das melden mehrere verärgerte Flughafenbesucher. Das Resultat: reger Betrieb im Treppenhaus. Gerade bei sommerlichen Temperaturen kommen Passagiere, die mit Koffern und Wochenend-Einkäufen in die oberen Stockwerke müssen, ordentlich ins Schwitzen.Treppensteigen statt WartenDer Grund für die Verzögerungen liegt in einer technischen Neuerung. Anfang Mai wurde mit Umbauarbeiten an den Aufzügen begonnen, es wurde eine neue Liftsteuerung implementiert. So gibt man das gewünschte Stockwerk nicht mehr im Lift selbst ein, sondern bereits davor mittels sogenanntem Zielrufsystem. Die Technik entscheidet anschliessend, welcher Lift welche Fahrgäste einsammelt und möglichst effizient ans Ziel bringt. Zumindest in der Theorie.«Diese Steuerung wurde vor einigen Jahren zuerst im Parkhaus P6 und danach im P1 eingeführt», erklärt Andrea Bärwalde, Mediensprecherin des Flughafens Zürich. Dort habe sich das System bewährt, weshalb nun nach und nach weitere Parkhäuser umgerüstet würden. Die Zielrufsteuerung sei insbesondere bei Aufzugsgruppen mit mehr als vier Liften effizienter und schneller.Zurzeit erleben viele Reisende allerdings das Gegenteil. Statt zügig zum Auto oder in die oberen Etagen zu kommen, stehen Passagiere minutenlang vor geschlossenen Lifttüren und beobachten gespannt die Anzeige. Irgendwann siegt bei vielen die Resignation – und der Weg führt über das Treppenhaus. Beim Flughafen sind diverse Beschwerden eingegangen.«Die Umstellung ist schrittweise erfolgt», sagt Sprecherin Bärwalde. Während der Erneuerungsarbeiten seien jeweils mehrere Aufzüge ausser Betrieb genommen worden. «Zwei der acht Lifte werden zudem derzeit umgebaut und stehen nicht zur Verfügung.» Dazu kam an den vergangenen Wochenenden ein besonders hohes Passagier- und Besucheraufkommen. «Dies führte leider zu längeren Wartezeiten, was wir sehr bedauern.»Wie ein ÜberlebensparcoursAn einem Wochenende reisen laut Bärwalde rund 100 000 Menschen über den Flughafen Zürich – hinzu kämen die Personen, die einkauften oder Reisende abholten, sowie die rund 35 000 Mitarbeitenden.Damit Reisende im Kampf gegen die neue Technik nicht völlig auf sich allein gestellt sind, setzt der Flughafen derzeit sogenannte Airport-Guides ein. Sie helfen Passagieren beim Umgang mit dem neuen System.Momentan stehen sechs Aufzüge mit der neuen Steuerungstechnologie zur Verfügung. Die beiden noch im Umbau befindlichen Lifte sollen voraussichtlich ab Mitte Juni wieder in Betrieb gehen. Dann, so die Hoffnung des Flughafens, sollen sich die Liftfahrten wieder mehr nach moderner Mobilität anfühlen – und weniger nach einem Überlebensparcours zwischen Treppenhaus und Parkdeck.Passend zum Artikel
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Ein neues Zielrufsystem soll zu mehr Effizienz führen. Zurzeit geschieht das Gegenteil. Der Flughafen bedauert die längeren Wartezeiten und setzt Airport-Guides ein.






