Soziale Medien gewinnen für die Meinungsbildung immer mehr an Bedeutung. Mehr als zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung, die das Internet nutzen, konsumieren mindestens einmal wöchentlich Informationsangebote online. Jeder Dritte informiert sich dabei über Plattformen von Meta, Tiktok oder Google. Dieser Befund gehört zu den Ergebnissen des „Reuters Institute Digital News Report 2026“, für dessen deutsche Teilstudie das Leibniz-Institut für Medienforschung verantwortlich ist.Für 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sind soziale Medien heute die wichtigste Nachrichtenquelle. 85 Prozent dieser Altersgruppe ist regelmäßig auf Instagram und jeder Zweite konsumiert hier auch Nachrichten.Die sozialen Medien sind, nach Angaben des Leibniz-Instituts, mit einem Anteil von 18 Prozent an allen Informationsangeboten inzwischen die wichtigste News-Quelle. Deren Nutzung wird jedoch noch überwiegend von anderen Anbietern ergänzt. 17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen erhalten ihre Fakten und Wertungen ausschließlich aus sozialen Medien. Auch in der Langzeitbetrachtung, die das Hamburger Institut seit 2017 durchführt, nimmt die Relevanz der Online-Kommunikationsplattformen als Zugangsweg zu Nachrichten in allen Altersgruppen zu.Die sozialen Medien als wichtigste News-QuelleDagegen zeigt sich ein Reichweitenrückgang beim linearen Fernsehen, dem Radio und bei Printerzeugnissen. Dennoch haben sowohl das TV als auch Zeitungen und Zeitschriften weiterhin eine große Bedeutung für die Information. Nachrichten im Fernsehen werden von 59 Prozent der Bevölkerung regelmäßig gesehen. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen sind es allerdings nur noch 32 Prozent. 34 Prozent aller Befragten hören regelmäßig Nachrichtensendungen im linearen Radio, und 17 Prozent lesen gedruckte Zeitungen oder Magazine.Während knapp die Hälfte der Bevölkerung den Nachrichten insgesamt vertraut, ist das Misstrauen gegenüber KI-generierten Informationen und denen aus sozialen Medien weiterhin sehr groß. Obwohl die Nutzung signifikant gestiegen ist, halten nur 13 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Meldungen aus diesem Umfeld für seriös. Nur gut die Hälfte der Bevölkerung, so die Studie, kann bei Onlineinformationen sicher zwischen Fakten und Falschmeldungen unterscheiden. Im vergangenen Jahr hatten nur 42 Prozent dieser Aussage zugestimmt.Seit 2017 hat die aktive Nachrichtenvermeidung bei kritischen Themen zugenommen. 72 Prozent der Befragten ignorieren solche Informationen zumindest gelegentlich. Zudem bevorzugt die Mehrheit der Bevölkerung Quellen, die keine bestimmte Meinung vertreten. Besonders kritisch fällt die Einschätzung zur Berichterstattung über Migration und Einwanderung aus; im Vergleich der Themen werden jene zum Krieg in der Ukraine am besten beurteilt.Insgesamt basiert die Untersuchung auf fast 100.000 Befragten aus 48 Ländern auf sechs Kontinenten. Pro Land wurden 2026 rund 2000 Personen befragt. Die Erhebung wurde in Deutschland im Januar 2026 durchgeführt.