PfadnavigationHomePolitikAuslandIran-AbkommenWadephul rechnet mit langwierigen Gesprächen über Irans AtomprogrammStand: 18:23 UhrLesedauer: 3 Minuten„Ich habe die Hoffnung, dass das gelingen kann“, sagt Außenminister WadephulQuelle: Elisa Schu/dpaViele Details sind noch unklar, doch Außenminister Wadephul zeigt sich im Hinblick auf die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten trotzdem zuversichtlich. Auch in Putins Gesprächsbereitschaft im Ukraine-Krieg legt er Hoffnungen.Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) rechnet trotz der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Kriegsende mit langwierigen Gesprächen über Teherans Atomprogramm. Zwar sei das Abkommen ein „Schritt in die richtige Richtung“, sagte Wadephul laut Vorabmeldung vom Dienstag in der RTL-Sendung „Nachtjournal Spezial“. Über das „Hauptthema, nämlich den Ausschluss einer nuklearen Bewaffnung des Iran“, werde jedoch „schon noch etwas länger gesprochen werden müssen“.Wadephul wertete es als Fortschritt, dass Washington und Teheran künftig direkt miteinander verhandeln sollen. Klar sei nun, dass die „USA und Iran direkt und nicht wie bisher durch Vermittler“ wie Pakistan und Katar miteinander sprechen. Das sei „erst mal gut, um jetzt endlich diesen Konflikt aufzulösen“.Trotz bestehender Unklarheit über den Inhalt des Rahmenabkommens zeigte sich Wadephul vorsichtig optimistisch hinsichtlich einer politischen Lösung. „Ich habe die Hoffnung, dass das gelingen kann“, sagte er. Die USA und der Iran wären „diesen ersten Schritt nicht gegangen, wenn man nicht auf beiden Seiten gesagt hätte: Wir können es miteinander schaffen“.Lesen Sie auchDer Iran habe zudem erkannt, „dass das, was es an militärischem Druck gab, aber auch an wirtschaftlichem Druck gab, zu einer Existenzkrise des Regimes führen kann“. Deshalb habe sich die Führung in Teheran nun für den Verhandlungsweg entschieden.Für die Menschen im Iran habe sich indes durch den Krieg „nichts verändert“, gab Wadephul zu bedenken. Ein „Regime Change“ sei durch militärische Maßnahmen auch „nicht unbedingt zu erwarten“ gewesen. „Das haben wir von Anfang an so eingeschätzt“, sagte er.Lesen Sie auchZugleich verwies Wadephul auf die Folgen der US-israelischen Angriffe für die militärischen Fähigkeiten des Iran. „Trotzdem sind natürlich wirklich militärische Fähigkeiten des iranischen Regimes eingeschränkt worden“, sagte er. Als Beispiel nannte er das Raketenprogramm Teherans. „Das hat auch uns sicherer gemacht“, betonte er.Lesen Sie auchDas Vorgehen Israels und der USA sei zwar „nicht unsere Empfehlung“ gewesen. Deutschland sei „auch nicht gefragt worden“. Zugleich machte Wadephul deutlich, dass die Bundesregierung zentrale Ziele der Verbündeten teile. „Wir teilen natürlich Kernziele der USA und Israels“, sagte er. Lesen Sie auchDie iranische Führung und die von ihr angestrebte Aufrüstung stellten „schon eine Gefährdung auch für Europa“ dar. Daher sei es aus deutscher Sicht wichtig, die militärische Bedrohung durch den Iran zu begrenzen.Das iranische Atomprogramm ist einer der Gründe, die US-Präsident Donald Trump für den Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen den Iran genannt hatte. Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Der Wert liegt weit über dem Anreicherungsgrad, der für die zivile Nutzung der Atomkraft nötig ist – und schon ziemlich nahe an dem Grad von 90 Prozent, der für eine Atombombe gebraucht wird.Lesen Sie auchWadephul äußerte sich auch zur russischen Invasion in der Ukraine. Dass der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko den militärischen Sieg einer der beiden Seiten für unrealistisch erklärt hatte, ordnete er als „interessante Wortmeldung von einem sehr engen Verbündeten von Putin“ ein. Er würde eine erhöhte Gesprächsbereitschaft „sehr begrüßen“. Der russische Präsident müsse erkennen, dass „die Fortsetzung des Krieges wirklich keinen Sinn“ ergebe. „Es gibt jetzt eine Chance, in diesem Sommer mit Gesprächen zu beginnen“, unterstrich Wadephul. „Das Signal ist nach Moskau gesandt – jetzt ist es an Wladimir Putin zu entscheiden, ob er verhandeln will oder weiter schießen will.“doli mit AFP