Von Pro Sieben : Gehört Jochen Schweizer bald wieder Jochen Schweizer?16.06.2026, 16:16Lesezeit: 3 Min.Erst verkaufte der frühere Stuntman, nun denkt er darüber nach, das von ihm aufgebaute Unternehmen von Pro Sieben Sat.1 zurückzuholen. Ein Knackpunkt sind dabei die Rechte an der Marke „Jochen Schweizer“.Der Gründer und Unternehmer Jochen Schweizer könnte womöglich das Erlebnisgeschäft von Pro Sieben Sat.1 zurückkaufen. „Ich wäre interessiert, aber nicht um jeden Preis“, sagte Schweizer der Nachrichtenagentur Reuters. „Denn ich müsste prüfen, wie sich der Wert meines vormals kerngesunden Unternehmens seit dem Verkauf 2017 an Pro Sieben Sat.1 entwickelt hat.“ Der frühere Extremsportler kann sich eine Übernahme unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen. „Ich wäre potentiell wahrscheinlich der logische Käufer, weil der größte Teil der Markenrechte ohnehin exklusiv bei mir liegt.“Seit der Übernahme durch den italienischen Großaktionär MFE im September will Pro Sieben Sat.1 sich voll auf das Kerngeschäft TV und Unterhaltung fokussieren. Deshalb will der Konzern seine Randaktivitäten fast ausnahmslos verkaufen. Der von MFE entsandte Pro-Sieben-Sat.1-Chef Marco Giordani sagte jüngst dem „Handelsblatt“, das Erlebnisgeschäft Jochen Schweizer Mydays passe einfach nicht gut zu Entertainment. „Daher glauben wir auch, dass es für dieses Geschäft eine bessere Heimat geben könnte.“ Aber man erwarte keinen kurzfristigen Verkauf.Nicht alle Markenrechte liegen bei Pro Sieben Sat.1Pro Sieben Sat.1 äußerte sich nicht zu Schweizers Interesse und verwies auf die Aussagen von Giordani im Zeitungsinterview. Der ehemalige Stuntman Schweizer gilt als Pionier des Erlebnisgeschäfts, etwa mit Bungee-Jumping und Fallschirmspringen, Indoor-Surfen oder Skydiving. Er baute das Geschäft ab den 80er-Jahren stetig aus und bot ab 2004 im Internet Gutscheine für Erlebnisse an. 2017 verkaufte der Unternehmer die Mehrheit an seinem Erlebnisgeschäft bei einem Firmenwert von 108 Millionen Euro an Pro Sieben Sat.1. Der TV-Konzern bündelte dies mit seiner eigenen Event-Tochter Mydays und übernahm fast 90 Prozent der Anteile, während Jochen Schweizer den Rest erhielt. Diese verbliebenen 10,1 Prozent an der Jochen Schweizer Mydays GmbH übernahm die Senderkette dann im April 2025 - der frühere Extremsportler stieg damit komplett aus.Schweizer selbst hat aber weiter Geschäfte mit Gutscheinen und Erlebnissen betrieben. Nahe München hat er die Jochen-Schweizer-Arena aufgebaut. Dort bietet er Indoor- und Outdoorevents vom Skydiving im Windkanal über einen Hochseilklettergarten bis zum Action-Kindergeburtstag an. Knackpunkt sind nun die Rechte an der Marke „Jochen Schweizer“, die weitgehend noch bei dem Achtundsechzigjährigen liegen. Einzige Ausnahme: Die Vermittlung von Gutscheinen für Angebote Dritter durch die Pro-Sieben-Sat.1-Tochtergesellschaft Jochen Schweizer Mydays. Wer also von Pro Sieben Sat.1 das Erlebnisgeschäft kauft, hätte nicht die gesamten Markenrechte.„Wieder in der Hand eines Eigentümers zu vereinen“„Wenn ich die Jochen Schweizer Mydays Group erwerben oder Teil eines Übernahmeprozesses werden würde, dann könnten wir den strategischen Fehler aus dem Verkauf korrigieren“, betonte der Unternehmer hierzu. „Ich wäre nicht Jochen Schweizer, wenn ich das so lassen würde, wie es ist.“ Markenstrategisch ergebe es 100-prozentig Sinn, „die Marke und das Markenhaus, meine Jochen-Schweizer-Arena wieder in der Hand eines Eigentümers zu vereinen“, betonte der Manager. Dies gelte auch in puncto Erlebnis- und Gutscheinmodell. „Denn für Konsumenten kann es verwirrend sein, dass von unterschiedlichen Unternehmen unter praktisch demselben Namen Erlebnis-Geschenkgutscheine angeboten werden.“Entscheidend sind die Finanzen. „Wirtschaftlich macht es nur dann Sinn, wenn der Kaufpreis die Realität abbildet“, betonte Schweizer. „Das ist abhängig davon, ob es Altlasten gibt, wie hoch das bereinigte Ebitda ist und wie viele nicht eingelöste Gutscheine im Markt sind.“ Ob er das Erlebnisgeschäft von Pro Sieben Sat.1 zurückkaufen wolle, müsse er mit seiner Familie abstimmen. Dies sei auch abhängig von seiner weiteren Lebensplanung. „Ich fahre doch so gerne Kajak in Norwegen, und dafür brauche ich neben allem auch noch Zeit“, bilanzierte der Manager und kündigte an: „Ich bin fast 70 - aber das ist nur eine Zahl, und ich fühle mich wie 50“, sagte Schweizer. „In den Ruhestand gehe ich sicher niemals.“
Jochen Schweizer: Rückkauf des Erlebnisgeschäfts von ProSiebenSat.1
Erst verkaufte der frühere Stuntman, nun denkt er darüber nach, das von ihm aufgebaute Unternehmen von Pro Sieben Sat.1 zurückzuholen. Ein Knackpunkt sind dabei die Rechte an der Marke „Jochen Schweizer“.







