Der Königsmacher platziert sich selbst: Der Headhunter Björn Johansson verkauft seine Firma an seinen liebsten KonkurrentenSpencer Stuart übernimmt das Office von Björn Johansson. Mit dem Deal kehrt der schillerndste Personalvermittler der Schweiz im Alter von 78 Jahren zu seinen Anfängen zurück.14.06.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenBjörn Johansson, Grandseigneur der Personalvermittler.Annick Ramp / NZZWenn im Büro am Zürcher Utoquai die Schiffsglocke ertönt, hat Björn Johansson einen guten Tag. Drei Schläge bedeuten ein neues Mandat, sechs eine erfolgreiche Platzierung. Mehr als 1350 Manager, von ihm liebevoll «Babys» genannt, hat Johansson in den vergangenen 33 Jahren vermittelt. Nun hat der 78 Jahre alte Norweger sein vielleicht wichtigstes Mandat abgeschlossen. Er hat sich selbst platziert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Johansson übergibt seine Headhunter-Boutique mit neun Angestellten an Spencer Stuart. Für den amerikanischen Personalberater bedeutet das einen Ausbau in der Schweiz. Für Johansson schliesst sich der Kreis. Denn bei Spencer Stuart begann im Jahr 1979 seine Karriere. Eigentlich sollte er, ein HSG-Absolvent, als Marketingmann für einen Tabakkonzern angeworben werden. Weil er als Nichtraucher ablehnte, bot man ihm eine interne Stelle an. Fortan war Björn Johansson ein Headhunter.In den folgenden Jahrzehnten puzzelte er die Führungsetagen von Pharma, Banken und Versicherungen zusammen. Dank ihm kamen Sergio Ermotti zu Swiss Re und Mark Schneider zu Nestlé. Johansson versteht sich als Künstler, der aus Konzernleitungen ein Gesamtkunstwerk formt. Fehlgriffe? «In aller Bescheidenheit: In den letzten fünfzehn, zwanzig Jahren habe ich nie mehr einen grossen Fehler gemacht», sagte er vergangenes Jahr im Interview mit der NZZ. Und wenn ein «Baby» wie unlängst Nestlés Laurent Freixe über eine heimliche Liebesaffäre stolpert, tut er dies mit einem pragmatischen «Shit happens» ab.Dass Johansson seine Firma von heute auf morgen verlässt, ist unwahrscheinlich. «Ihre tägliche Zusammenarbeit mit uns bleibt unverändert», schrieb er diese Woche seinen Klienten in einer Mail. Was sich weiterentwickle, sei lediglich «die Bandbreite der Kompetenzen». Es ist ein Abschied ganz nach dem Geschmack des Grandseigneurs: elegant verklausuliert, ohne zu viel zu verraten. Denn wie sagte er im Gespräch mit der NZZ so schön? «Es gibt immer Überraschungen. Das geniesse ich total.»Passend zum Artikel