Der Verleger Holger Friedrich hat Mitte Mai eine neue Firma gegründet. Sie heißt Orbis Nova, ist ansässig in Berlin und bietet ihre Dienste für „politische Interessenvertretung, Government & Public Affairs, Corporate Diplomacy und Public Diplomacy“ an. Als Kunden hat es Orbis Nova auf „Unternehmen, Verbände und Regierungen“ abgesehen.Gesellschafter der mit einem Stammkapital von 25.000 Euro ausgestatteten Beratungsfirma sind Holger Friedrich, der Verleger der „Berliner Zeitung“ und der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ), und Alexander Dergay, als Redakteur der „Berliner Zeitung“ zuständig für Geopolitik und Debatte.Ob Friedrich mit „Checks and Balances“ sich selbst meint?Wie passt das zusammen? Sehr gut, meint Friedrich im „Handelsblatt“. Mandate, die die Firma Orbis Nova annehme, hätten „keinen Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen oder Berichterstattung“. Orbis Nova sei „organisatorisch, personell und wirtschaftlich von den redaktionellen Einheiten getrennt“. Sein Mitarbeiter Dergay werde seinen Redaktionsjob im Juli, wenn Orbis an den Start gehe, „niederlegen“, heißt es im „Handelsblatt“, bis dahin unterlägen Dergays Beiträge „der ausdrücklichen Freigabe durch den Chefredakteur“. Ob er selbst „die Checks-and-Balances-Funktion eines zweiten Geschäftsführers ausführen werde“, könne er „aktuell nicht belastbar sagen, wahrscheinlich ist es nicht“, wird Friedrich im „Handelsblatt“ zitiert.Das mit den „Checks and Balances“ indes erscheint uns beim Verleger Friedrich und seinen Blättern, von denen er immer wieder sagt, sie würden allein von den Abonnenten und Anzeigenkunden getragen, so eine Sache. Ob Friedrich mit „Checks and Balances“ sich selbst meint? Wie er das alles balanciert und seine Konten checkt? Wer sich die kniefällig-propagandistische Berichterstattung der OAZ von Putins Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg anschaut, weiß auch, wie der Journalist Matthias Meisner schon anmerkte, wer für die Firma Orbis Nova als Kunde infrage kommt. Da passt eins zum anderen. Checks and Balances!
Holger Friedrich macht Politikberatung
Holger Friedrich berät jetzt Unternehmen und Regierungen. Passt das zu seinem Job als Zeitungsverleger? Aus seiner Sicht: selbstverständlich! Und wer käme als Kunde infrage? Wir hätten da einen Tipp.








