Der Berliner Verleger Holger Friedrich gibt die Geschäftsführung in den Gesellschaften seiner Ostdeutschen Medienholding (OMH) ab und wechselt in den Aufsichtsrat. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit schließe Friedrich „eine intensive Um- und Aufbauphase ab, in der die wesentlichen Transformationsvorhaben des Berliner Verlags umgesetzt und die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung gegründet“ wurden, hieß es.Der in Ostberlin aufgewachsene IT-Unternehmer Holger Friedrich hatte 2019 zusammen mit seiner Frau Silke zunächst die Berliner Zeitung gekauft. Mit dem traditionsreichen ostdeutschen Blatt, das zu diesem Zeitpunkt mehrere Eigentümerwechsel hinter sich hatte, wollte er den Lesern den Blick auf die spezifische Realität in Ostdeutschland liefern, gegen einen angeblichen Mainstream.Vor einem halben Jahr brachte Friedrich die neue „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ auf den MarktAls Verleger im Hintergrund verstand er sich dabei nicht, seine Texte im eigenen Blatt lösten immer wieder Kontroversen aus. Im Mai 2025 erwarb Friedrich die Rechte an der mehr als 120 Jahre alten, von Siegfried Jacobsohn in Berlin gegründeten Zeitschrift Die Weltbühne, die in den Dreißigerjahren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten worden war und später in der DDR fortbestand. Vor einem halben Jahr schließlich brachte Friedrich dann die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung auf den Markt. Sie sollte – laut Eigenbeschreibung – „dem gesamtdeutschen Gespräch eine vierte Himmelsrichtung zurückzugeben“. Friedrichs verschiedene Medienmarken sind inzwischen unter dem Dach der OMH gebündelt.Künftig soll deren Geschäftsführung aus dem Vorsitzenden Christoph Stiller sowie Jan Schmidt und Dirk Jehmlich bestehen. „Der Umbau ist in wesentlichen Aspekten getan - jetzt übergebe ich die operative Verantwortung in bewährte Hände“, sagte Friedrich laut der Mitteilung. „Wir haben eine belastbare Struktur etabliert und ein starkes Team aufgebaut. Die OMH ist daher gut aufgestellt für die nächste Phase dynamischen Wachstums“, so Christoph Stiller.Vor Kurzem wurde bekannt, dass Holger Friedrich eine Politikberatungsfirma namens Orbis Nova gegründet hat, die „Unternehmen, Verbände und Regierungen“ unterstützen möchte. Die Firma sei personell und wirtschaftlich unabhängig von den Redaktionen seines Verlags, betonte er. Co-Geschäftsführer ist Alexander Dergay, der zuvor regelmäßig in den Publikationen der Ostdeutschen Medienholding schrieb; diese Tätigkeit werde er aufgeben, hieß es beim Start von Orbis Nova. Auch Friedrich will nun offenbar einen gewissen Abstand zwischen seine Medienunternehmen und sein neues Geschäftsfeld legen.
Holger Friedrich gibt operative Führung seiner Medienholding ab
Der Berliner Verleger zieht sich aus der Geschäftsführung der Ostdeutschen Medienholding zurück und wechselt in den Aufsichtsrat.







