In der Mitte der Stadt Heide in Holstein, weit im Norden, befindet sich Deutschlands größter Platz: Zwar ist er von Bürgerhäusern gesäumt, zwar wachsen am Rand auch Bäume und in der Mitte steht ein Kandelaber. Doch ist der Platz so groß, dass jeder Besucher darauf verloren zu gehen scheint. Im späten 15. Jahrhundert wurde dieser Platz als Versammlungsort der freien Bauern geschaffen, die zusammen die „Republik Dithmarschen“ bildeten, die einzige direkte Demokratie, die es in Deutschland je gab. Über mehrere Hundert Jahre hatten sie dem benachbarten Adel widerstanden, bis sie im Jahr 1559, in der „letzten Fehde“, ihre Unabhängigkeit an den dänischen König und die Herzöge in ihrer Umgebung verloren. Der Platz aber blieb erhalten. Wochenmärkte finden heute darauf statt, Volksfeste, Sportwettkämpfe – es gibt so viel Raum für alles und jedes, doch kein Ereignis scheint die Leere füllen zu können.