Die Demo beginnt ein paar Minuten zu früh, und vielleicht ist das bereits eine Botschaft. Denn die, die sich wieder hier auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammeln, nehmen für sich in Anspruch, schon früh die Kostenrisiken des Projekts thematisiert zu haben – zu einem Zeitpunkt, als die Bahn noch behauptete, ihr Tiefbahnhof werde 2019 in Betrieb gehen. Die Protestteilnehmer haben großes Durchhaltevermögen bewiesen – es ist die 809. Montagsdemo gegen Stuttgart 21, und sie halten das Projekt nicht nur weiterhin für eine irrwitzige Fehlinvestition. Sie sind auch überzeugt, dass das Projekt gar keine verkehrlichen Verbesserungen bringt. „Empört euch“, steht deshalb auf einem Banner. Zu den Hochzeiten trieb der Protest Zehntausende auf die Straße, an diesem Montag sind es vielleicht 200. Bald gibt es wohl neuen Anlass, sich zu ärgern: Die Eröffnung des Bahnhofs wird offenbar erneut verschoben. Von 2031 ist die Rede.
Deutsche Bahn: Warum Stuttgart 21 immer später kommt und immer teurer wird
Stuttgart 21 ist seit Jahrzehnten das größte Problemprojekt der Bahn – und wieder gibt es Verzögerungen: Was ist da los? Die wichtigsten Fragen und Antworten.







