Eine Autogrammkarte. Ein Stück bedrucktes Glanzpapier mit dem Konterfei des Bundeskanzlers und einer Widmung, die so generisch ausfällt wie ein Glückskeksspruch: „Alles Gute“. Um dieses auf den ersten Blick unscheinbare Objekt entspann sich in der aktuellen Bundespressekonferenz ein bemerkenswerter Schlagabtausch, der weit über die Frage hinausreicht, was eine schwer kranke Bürgerin aus Suhlendorf in ihrem Briefkasten vorfand. Es geht um die Frage, wie freihändig Bundeskanzleramt und Bundespresseamt mit der Wahrheit umgehen dürfen – und wie ein Regierungssprecher aussieht, wenn ihm die Argumente ausgehen. Die Antworten oder besser gesagt die Verschleierungsversuche von Sebastian Hille, dem stellvertretenden Sprecher der Bundesregierung, waren in diesem Sinne sehr aufschlussreich.
Der Vorgang
Zur Erinnerung: Die an Hautkrebs erkrankte Silvia Dronsch aus Suhlendorf hatte Bundeskanzler Friedrich Merz beim Bürgerdialog in Salzwedel am 30. April auf die geplante Streichung der kostenlosen Hautkrebsvorsorge angesprochen – und auf den Widerspruch zu gleichzeitig steigenden Politikerbezügen hingewiesen. Merz wies sie vor laufender Kamera scharf zurecht und bezichtigte sie faktenwidrig der Falschbehauptung. Frau Dronsch forderte daraufhin eine persönliche Entschuldigung. Was sie stattdessen erhielt, ist mittlerweile bundesweit bekannt: eine Standard-Autogrammkarte mit der Widmung „Alles Gute“.








