US-Präsident Donald Trump hat Russland zu einer Vereinbarung mit Kyjiw zur Beendigung des Ukraine-Kriegs aufgefordert. „Russland sollte ein Abkommen schließen“, sagte Trump am Dienstag am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. Er bestätigte, dass er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Evian bereits getroffen habe und ein weiteres Gespräch mit ihm geplant sei.Während ihres Treffens wollen die G7-Staaten nach der Einigung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs auch die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. Am zweiten Tag des Treffens der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) steht zunächst der Ukraine-Krieg auf der Agenda. Zu der Arbeitssitzung wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet. G7-Mitglieder sind neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA und die EU. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.Trump sagte am Montagabend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten und Gipfel-Gastgeber Emmanuel Macron, er habe am Sonntag sehr gute Gespräche mit Selenskyj und auch Kremlchef Wladimir Putin geführt. „Ich glaube, da können wir etwas erreichen. Wirklich.“ Er denke, dass beide dafür offen seien. Nach der Vereinbarung über den Iran „werden wir uns darauf konzentrieren und sehen, ob wir das hinbekommen“.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Selenskyj spricht von neuer diplomatischer Initiative Wie das in etwa aussehen könnte, skizzierte Selenskyj bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chișinău auf dem Weg zum G7-Gipfel. Seinen Angaben nach sei zunächst geplant gewesen, Putin an den Genfersee einzuladen – Moskau habe dies aber abgelehnt. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und Wolodymyr Selenskyj sitzen bei einem bilateralen Treffen am Rande des G7-Gipfels zusammen. © dpa/Martial Trezzini Daher habe er, Selenskyj, mit dem US-Präsidenten darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. „Wir werden sehen, was dabei herauskommt“, sagte er in einem Video. Selenskyj nahm dabei offenbar Bezug auf ein Telefonat am Sonntag, als er Trump – ähnlich wie Putin – zu dessen 80. Geburtstag gratuliert hatte. Dabei kam auch der Ukraine-Krieg zur Sprache.Selenskyj war bereits am Dienstagmorgen bei einem Gespräch der G7-Länder dabei gewesen. Selenskyj hatte bei Telegram nach seiner Ankunft beim Gipfel mitgeteilt, dass für die Ukraine eine Stärkung der Flugabwehr das wichtigste Ziel sei. Es brauche zudem diplomatische Anstrengungen, damit Russland seinen Krieg beende.Selenskyjs Äußerungen zu einem Treffen mit Putin dürften auch dazu gedacht sein, den Kreml unter Druck zu setzen. Putin hat immer betont, dass er sich mit Selenskyj nur in Moskau oder bei einer endgültigen Regelung des Konflikts treffen werde. Von ihren Forderungen nach weiteren Gebieten der Ukraine für einen Frieden ist die russische Führung bislang nicht abgerückt. Der Kremlchef hatte zuletzt trotz der sich mehrenden Krisenzeichen mehrfach öffentlich erklärt, dass Russland den Krieg gewinne. Kreml weist Selenskyjs Darstellung zu potenziellem Treffen bei G7 zurück Putin hat nach Angaben des Kremls keine offizielle Einladung des ukrainischen Selenskyj zu einem Treffen beim G7-Gipfel erhalten. „Es gibt derzeit keine offiziellen Kanäle zwischen Kyjiw und Moskau“, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er bekräftigt zudem Äußerungen Putins, wonach Selenskyj jederzeit zu Gesprächen nach Moskau kommen könne. Was der Kanzler und die EU bei Trump erreichen wollen Kanzler Friedrich Merz wiederum sagte direkt vor dem Abflug zum Gipfel, die Ukraine sei „heute in einer neuen Position der Stärke“. Russland könne militärisch nicht gewinnen, zudem sei seine Wirtschaft angeschlagen. Mit der gebotenen Zurückhaltung sagte er: „Erstmals kann sich hier langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen. Auch hier liegt eine Chance.“ Der französische Präsident Emmanuel Macron begrüßt US-Präsident Donald Trump während des G7-Gipfels in Évian. © AFP/ISABEL INFANTES Mit Trump wolle man in Évian über jene Vorschläge sprechen, über die Deutschland, Frankreich und Großbritannien kürzlich in London mit Selenskyj beraten hätten, sagte der Bundeskanzler. Auch aus der EU kamen hoffnungsvolle Äußerungen. EU-Ratschef António Costa nannte das Treffen mit Trump am Genfersee möglicherweise wegweisend in den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges. „Die Geschlossenheit und Entschlossenheit der G7 sind entscheidend, um dazu beizutragen, diesen Krieg zu beenden und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.“Mit Spannung wird erwartet, wie sich Trump zu den europäischen Forderungen äußert, stärker in die Verhandlungen mit Moskau einbezogen zu werden. Bislang blieben sie bei direkten Gesprächen außen vor. Mögliche Hormus-Mission: Trump bügelt Macrons Hilfsangebot weitgehend ab Bereits am Montagabend sind die Regierungschefs der G7-Staaten zu einem Arbeitsessen zusammengekommen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der den diesjährigen G7-Gipfel in Évian ausrichtet, hatte zuvor US-Präsident Donald Trump zu einem Zweiergespräch getroffen.Macron bot Trump erneut die militärische Unterstützung bei der Absicherung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge an – ein Angebot, das Trump weitgehend ablehnte. „Ich denke, wir brauchen nicht viel Hilfe, da wir ja ein Abkommen haben“, sagte Trump. Es sei aber „keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben“, fügte er gönnerhaft hinzu. Trump sagte in Évian, der Text des Abkommens solle „irgendwann nach Freitag“ auch veröffentlicht werden. „Es ist ein starker Text“, betonte der US-Präsident. Er bekräftigte, dass für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus keine Maut erhoben werden solle. „Sie wird offen sein und gebührenfrei“, sagte Trump, der aber einräumte, dass es über dieses Thema „einen kleinen Streit“ gegeben habe. Abgekühltes Verhältnis Bei der Pressebegegnung kurz vor ihrem Gespräch wirkten Trump und Macron relativ reserviert. Ihr Händedruck schien kurz und höflich – kein Vergleich zu früheren demonstrativen Gesten. Hintergrund könnte Trumps jüngste neue Drohung mit Strafzöllen auf französischen Wein und Champagner sein, falls Frankreich seine Digitalsteuer nicht abschaffen sollte.Macron hatte Trump nicht wie angekündigt vor dem Hotel empfangen. Das Zweiertreffen mit dem US-Präsidenten verzögerte sich nach Trumps Ankunft im Hotel um eine Stunde – nach Angaben aus Macrons Umfeld dauerte dessen Gespräch mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva länger als geplant. Merz will mit Partnern sprechen Bundeskanzler Merz hatte vor seinem Abflug zum G7-Gipfel Gespräche mit Partnerländern über eine mögliche Militärmission in der Straße von Hormus angekündigt. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, US-Präsident Donald Trump und der französische Präsident Emmanuel Macron nehmen am 15. Juni 2026 im Hotel Royal Evian in Évian-les-Bains an einem Arbeitsessen der G7-Staats- und Regierungschefs während des G7-Gipfels teil. © REUTERS/ANNA MONEYMAKER „Wir wollen uns mit unseren Partnern bei der Gewährleistung freier Schifffahrt in der Straße von Hormus auch engagieren“, sagte Merz am Montag am Berliner Hauptstadtflughafen. „Das tun wir, sobald die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind.“ Darüber wolle er mit Trump sowie europäischen Partnern und Ländern der Region beim G7-Gipfel sprechen, sagte Merz. Er bekräftigte, die Straße von Hormus müsse „dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden“. Die Marine steht bereit Die Bundeswehr bereitet sich schon seit Wochen auf eine mögliche Mission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus vor. Dazu wurden bereits das Minenjagd-Boot „Fulda“ und den Tender „Mosel“ im östlichen Mittelmeer stationiert. Sie könnten laut Bundesverteidigungsministerium binnen sieben bis zehn Tagen vor Ort sein.Der Kanzler bekräftigte seine Äußerungen aus der Nacht zu einem zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Rahmenabkommen für ein Ende des Konflikts in Nahost. „Ich begrüße sehr, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika und Iran auf ein Friedensmemorandum geeinigt haben“, sagte er. „Zu diesem diplomatischen Durchbruch gratuliere ich Präsident Trump und der iranischen Seite.“ Merz dankte auch „allen Partnern, die mitgeholfen haben, dies zu ermöglichen“. (AFP/dpa/Reuters)
Nach Treffen mit Selenskyj bei G7-Gipfel: Trump fordert Russland zu Ukraine-Abkommen auf
Am Rande des G7-Gipfels in Frankreich fordert Trump Russland zu einem Friedensabkommen mit der Ukraine auf. Selenskyj hat derweil einen Plan, Putin an den Verhandlungstisch zu bringen.











