PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMusical „Natürlich blond“Dieses Stück kann sich sehen und hören lassenStand: 11:48 UhrLesedauer: 3 MinutenElles Freundinnen unterstützen die Bewerbung in Harvard unkonventionellQuelle: Dennis MundkowskiDas Musical „Natürlich blond“ ist jetzt im First Stage Theater in Altona in einer quicklebendigen Fassung von Regisseurin Franziska Kuropka zu erleben – als Abschlussarbeit des Musicalnachwuchses der Stage School Hamburg. Da werden Klischees im Akkord durch den Wolf gedreht.Diesen Abklatsch muss man einfach beklatschen: Das Musical „Natürlich blond“ von Heather Hach, Laurence O’Keefe und Nell Benjamin nach dem gleichnamigen Spielfilm von 2001 wurde im First Stage Theater in Altona in der deutschen Fassung zu einer Bühnenparty. Die nicht besonders tiefgründige, dafür komische Abrechnung mit den drei Farben blond (eher asch als platin), rosa und lila sowie diversen anderen Klischees basiert auf einer Handlung irgendwo zwischen „Barbie“ und „Der Teufel trägt Prada“. Als Abschlussarbeit des Jahrgangs 2026 der Stage School Hamburg, die ein paar Häuserblocks weiter den Musicalnachwuchs ausbildet, kann sich das Stück in der komischen, stringenten Regie von Franziska Kuropka sehen und hören lassen. Die rasanten Choreografien von Nicole Eckenigk sind einfallsreich und machen ebenfalls Spaß. Irrungen und Wirrungen in HarvardNicht weniger als 32 Absolventen der Stage School spielten und tanzten unter der professionellen Anleitung durch die Regisseurin enthusiastisch über die Bühne, im praktisch-eleganten Design mit fahr- und drehbaren Kulissen von Felix Wienbürger und erzählten die Geschichte der Blondine Elle (Antonia Opp), die erst lernen muss, dass man niemandem nachläuft, wenn er Schluss gemacht hat. Und was in ihr steckt. Dass sie dafür etwas länger braucht, führt zu einer Komödie voller Irrungen und Wirrungen. Deren Schauplatz ist überwiegend die Juristische Fakultät in Harvard. Elle besteht den Aufnahmetest, folgt ihrem Ex Warner (Rasmus Meyer-Loos) an die Elite-Universität – und muss sich dort, wie zuvor, mit Vorurteilen über Blondinen herumschlagen. Denn Klischees machen keinesfalls vor Elite-Universitäten halt, die selbst wiederum manches Klischee bedienen. So scheitert Elle fast an den Vorurteilen, Intrigen und der Missgunst ihrer Kommilitonen. Doch gelingt es ihr, mit Unterstützung einer Freundin, der Friseurin Paulette, herausragend gesungen und gespielt von Laura Rittler, die Haltung zu bewahren. Denn Paulette frisiert auch im Kopf. Wie Elle hat sie einen Hund, was zum tieferen Verständnis und einer coolen Nebenhandlung beiträgt. Elle erarbeitet sich den Respekt der Konkurrenten, besonders den von Warners neuer Freundin Vivienne (Annabelle Hoogvliet). Dazu trägt zunächst die Förderung durch den gefürchteten Professor Callahan (Robert Schmelcher als Gast) bei.Judiz und gesunder MenschenverstandLetzterer profitiert bei einem Prozess gleichermaßen vom gesunden Menschenverstand wie vom Judiz seiner studentischen Assistentin Elle. Im Court Drama im zweiten Akt entlarvt Elle zwei lügende Zeugen, wobei wieder Klischees durch den Kakao gezogen werden. So erkennt sie, dass der angebliche Liebhaber der Angeklagten Fitnessqueen Brooke (Kim Hanfland) schwul ist (Song: „Schwul oder Franzose“), der sich daraufhin mit Unterstützung seines Freundes befreit outet. Und die Tochter der Angeklagten hat garantiert nicht geduscht, als … aber das führt zu weit. Schließlich verliert der übergriffige Callahan den Prozess an Elle, die ihn mithilfe ihres Freundes, des Anwalts Emmett (Lennard Ney) gewinnt. Wie es sich für eine von Shakespeare inspirierte Komödie gehört, finden am Ende drei Töpfe ihren Deckel. Termine: bis 19. Juli