Weltmeistertrainer Joachim Löw sieht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zurück zu Titelreife. „Wenn du Titel gewinnen willst, sind die letzten vier bis sechs Mannschaften fußballerisch auf allerhöchstem Niveau. Das waren wir ein paar Jahre nicht. Aber jetzt haben wir wieder Dynamik, Kreativität und können spielerische Impulse setzen“, sagte Löw als Gast im TikTok-Format „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“. Der Rest, die „deutschen Tugenden, das ist Grundvoraussetzung“.Die deutsche Mannschaft habe seit der Heim-EM 2024 „eine gute Entwicklung gemacht, vor allem im spielerischen Bereich. Wir strahlen mehr Dominanz aus, weniger nur Reaktion. Die Spielidee finde ich insgesamt gut.“ Es gebe allerdings keinen Anlass, sich wegen eines klaren Auftaktsieges gegen Curacao (7:1) „im siebten Himmel zu wähnen“. An einen Titel bei der WM in Nordamerika glaubt Löw aber nicht. „Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen“, so der frühere Bundestrainer. Dafür benötige das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann zudem „Persönlichkeiten, wie wir sie 2014 hatten. Das muss sich in dieser Mannschaft jetzt erst einmal zeigen. Joshua Kimmich allein wird nicht reichen, oder Manuel Neuer. Wir brauchen schon noch ein paar mehr“, sagte Löw und ergänzte: „Dann sind wir vielleicht stark genug.“ (sid/dpa)Die Umweltorganisation Greenpeace hat FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) für seine Pläne kritisiert, bei der Fußball-WM täglich zwei Spiele zu besuchen. „Dass Funktionäre täglich in extrem klimaschädlichen Privatjets fliegen, vermittelt nicht gerade den Eindruck, dass die FIFA die Ursachen des Klimawandels oder ihre eigene Verantwortung, Teil der Lösung zu sein, erkannt hat“, sagte John Hocevar von Greenpeace USA „The Athletic“.Sowohl das Portal als auch die englische Tageszeitung „The Guardian“ berichten unter Bezug auf nicht näher genannte FIFA-Quellen, dass Infantino zwei Begegnungen pro Tag sehen möchte und dafür auch einen von Sponsor Qatar Airways zur Verfügung gestellten Privatjet nutzt. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko mit insgesamt 104 Begegnungen sind enorme Distanzen zu überwinden, um diese Bestrebungen in die Tat umzusetzen. Bei der WM vor vier Jahren in Qatar war Infantino noch bei allen 64 Spielen anwesend, die größte Entfernung zwischen den Stadien betrug allerdings nur rund 75 Kilometer. Dieses Mal sind es bei 16 Stadien in drei Ländern bis zu etwa 4.500 Kilometer.Aufgrund der enormen Entfernungen hat das New Weather Institute diese WM bereits als „die Veranstaltung mit der höchsten Umweltbelastung jemals“ bezeichnet und schätzt, dass sie rund 9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent verursachen wird. Der Flugverkehr sei für etwa 7,7 Millionen Tonnen dieses geschätzten CO₂-Ausstoßes verantwortlich – mehr als das Vierfache des Durchschnitts der Weltmeisterschaften im Zeitraum von 2010 bis 2022. (dpa)So einen Spieltag gab es bei der Fußball-WM zuletzt vor 68 Jahren. „Perfekt ausgeglichen, so wie es sein sollte“, schrieb der Weltverband FIFA nach den vier Unentschieden in den vier Begegnungen des Tages auf der Plattform X. Ziemlich überraschend trennten sich zunächst der frühere Weltmeister Spanien und Außenseiter Kap Verde 0:0, es folgten das 1:1 zwischen Belgien und Ägypten, das 1:1 zwischen Saudi-Arabien und Uruguay sowie das 2:2 zwischen Iran und Neuseeland.Nur einmal in der WM-Geschichte hatte es so einen Spieltag zuvor gegeben: am 15. Juni 1958. Beim Gruppenspieltag beim Turnier in Schweden endeten folgende Matches ohne Sieger: Deutschland gegen Nordirland 2:2, England gegen Österreich 2:2, Paraguay gegen Jugoslawien 3:3 und Schweden gegen Wales 0:0. Lasst die Rocky-Statue in Ruhe – oder lebt mit den Konsequenzen! Mit einem Augenzwinkern, aber durchaus auch etwas Ernst, warnt die Tourismusbehörde Visit Pennsylvania auf ihrem Instagram-Kanal die Fans bei der Fußball-WM vor dem „Fluch der Rocky Statue“, der schon so manche Sportmannschaft erwischte.Das bislang letzte Opfer: Ecuador. Vor dem WM-Spiel am Sonntag (Ortszeit) gegen die Elfenbeinküste stiegen die Fans der Südamerikaner die Stufen vor dem Philadelphia Art Museum hinauf und hüllten das berühmte Denkmal des Boxers Rocky Balboa, einem fiktiven Film-Charakter, in ein gelbes Trikot ihrer Mannschaft. Blöd für sie: Der anschließende WM-Auftakt ging 0:1 verloren.Die Statue, die 1982 für den dritten Teil der „Rocky“-Filmreihe erschaffen und später der Stadt von Schauspieler Sylvester Stallone geschenkt wurde, scheint alles andere als ein Glücksbringer zu sein, wenn sie in fremden Farben leuchtet. NFL-Fans wissen das bestens: Die Minnesota Vikings (2018), die New England Patriots (Super Bowl 2018) und die San Francisco 49ers (2023) – alle haben ihr Team-Trikot auf den ikonischen Boxer gezogen, nur um kurze Zeit später Niederlagen zu kassieren.Da noch fünf weitere WM-Begegnungen in der Stadt im Bundesstaat Pennsylvania ausgetragen werden, warnte die Tourismusbehörde nun: „An die Delegationen von Brasilien, Haiti, Frankreich, Irak, Curaçao, Kroatien und Ghana: Pennsylvania heißt euch herzlich willkommen und wünscht euch viel Erfolg bei euren Spielen in Philadelphia. Aber als gute Gastgeber möchten wir euch auf ein gut dokumentiertes Phänomen hinweisen: den Fluch der Rocky Statue.“Ecuador habe schon den Fehler begangen, Rocky neu einzukleiden. „Philadelphia freut sich darauf, euch zu empfangen! (Aber Rocky braucht wirklich nicht euer Trikot).“ Am Freitag (Ortszeit) trifft Ex-Weltmeister Brasilien im WM-Stadion der Stadt auf Außenseiter Haiti. (dpa)Das gelbe Trikot der Selección werden Luis Díaz und seine kolumbianischen Teamkollegen natürlich voller Stolz tragen. Doch um den Stoff, der Millionen Landsleute von Bogotá über Medellín bis nach Barranquilla eigentlich vereinen soll, ist ein politischer Streit entbrannt, der das Potenzial haben könnte, sogar die Präsidentschaftswahl zu entscheiden. Die Politisierung des Trikots der Cafeteros, sie schwelt im Hintergrund, wenn Kolumbien in Mexiko-Stadt gegen Usbekistan in die Fußball-WM startet (Donnerstag, 4.00 Uhr MESZ bei MagentaTV).Immer wieder trug Abelardo de la Espriella das Trikot bei Veranstaltungen. „El tigre“, wie sich der rechtsgerichtete und Trump-nahe Kandidat selbst nennt, wandelte es gar zu einem Symbol im Wahlkampf. Seine Anhänger kamen scharenweise damit zu Kundgebungen, teilweise sogar mit einem aufgedruckten Tiger, dem Symbol der Kampagne von de la Espriella. Laut David Quitian, einem auf Sport spezialisierten Anthropologen, versuche de la Espriella, „sportliche Leidenschaft und politische Leidenschaft“ zu vermischen.Der linke Gegenkandidat Ivan Cepeda beschuldigte den Millionär und Anwalt daher, das Trikot zu „stehlen“ und für sich zu vereinnahmen – ähnlich wie es der frühere rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro mit dem Trikot seines eigenen Landes getan habe. Ein Richter in Bogotá ordnete kurz vor dem Turnierbeginn inmitten des Streis die „sofortige und endgültige Einstellung“ der politischen Nutzung des Trikots an. (sid)Der tunesische Fußballverband hat die Trennung von Nationaltrainer Sabri Lamouchi während der laufenden WM vollzogen. Dies bestätigte der tunesische Verband (FTF) zwei Tage nach dem ernüchternden 1:5.Der Franzose Hervé Renard solle als Nachfolger das Nationalteam für das restliche Turnier anführen, zitierte das staatliche Fernsehen den Verbandspräsidenten Moez Nasri. „Renard wird am Dienstag in Monterrey eintreffen, wo er die erste Trainingseinheit mit der Mannschaft leiten wird“, so Nasri. Am Sonntag trifft Tunesien im zweiten WM-Spiel auf Japan (6 Uhr MESZ bei MagentaTV).Der 57 Jahre alte Renard war zuletzt als Trainer Saudi-Arabiens tätig. Er besitzt bereits einige Erfahrung als Coach afrikanischer Nationalteams und führte Sambia sowie die Elfenbeinküste zum Afrika-Cup-Titel.Die deutliche Niederlage gegen Schweden war zu viel für den 54 Jahre alten Lamouchi. Seit seiner Verpflichtung als Nationaltrainer Tunesiens im Januar dieses Jahres hatte es nur einen Sieg beim 1:0 gegen Haiti gegeben. In der Vorbereitung auf die WM verlor das Team des früheren französischen Nationalspielers mit 0:1 gegen Österreich sowie bei der Generalprobe mit 0:5 gegen Belgien. (dpa/sid/shüs.)Vanessa AngermannEx-Bundestrainer Joachim Löw zählt die deutsche Nationalmannschaft trotz einer positiven Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren nicht zu den ganz großen WM-Favoriten. „Die Mannschaft hat viel Qualität, aber noch nicht die Stabilität, die es braucht, um Titel zu gewinnen“, sagte Löw in der Live-Show „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“ auf TikTok.Für den großen WM-Coup benötige das Team zudem „Persönlichkeiten, wie wir sie 2014 hatten. Das muss sich in dieser Mannschaft jetzt erst einmal zeigen. Joshua Kimmich allein wird nicht reichen, oder Manuel Neuer. Wir brauchen schon noch ein paar mehr“, sagte Löw und ergänzte: „Dann sind wir vielleicht stark genug.“In erster Linie werde es darauf ankommen, in jedem Spiel über 90 Minuten Dominanz auszuüben. Dazu sei die Mannschaft trotz großer Fortschritte bisher noch nicht regelmäßig in der Lage gewesen. „Sie lässt häufig den Gegner ein bisschen zurückkommen. Wenn wir es hinbekommen, stabil zu sein, solche Widerstände zu überwinden und mehr Orientierung, mehr Klarheit über 90 Minuten zu zeigen, dann gehören wir zum Favoritenkreis“, befand Löw.Vanessa AngermannDas Favoriten-Stolpern bei der Fußball-WM ist für die Österreicher vor dem Spiel gegen Außenseiter Jordanien ein zusätzliches Zeichen zur Vorsicht. „Das zeigt einfach nochmal, wie man auf der Hut sein muss, von Anfang an“, sagte Teamchef Ralf Rangnick.Auch ohne die überraschenden Resultate hätte er seiner Mannschaft aber vertraut, den Gegner aus dem arabischen Königreich nicht zu unterschätzen. „Es gibt niemanden bei uns, der das Spiel auf die leichte Schulter nimmt“, sagte der 67-Jährige. Man wisse, dass man auf einen „richtig unangenehmen Gegner“ treffe.Vanessa AngermannSeine viel diskutierte Handgeste hat für den australischen Schiedsrichter Shaun Evans bei der Fußball-WM keine Konsequenzen durch den Weltverband FIFA. Das unabhängige Disziplinarkomitee habe die Angelegenheit geprüft und keinen Beweis für einen Verstoß gegen den FIFA-Disziplinarcode festgestellt, teilte der Weltverband auf dpa-Anfrage mit. Zuvor hatte Evans den Verdacht zurückgewiesen, mit der Geste während der TV-Übertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Curaçao (7:1) bewusst eine Botschaft gesendet zu haben. „Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln“, wurde Evans in einer FIFA-Mitteilung zitiert.Vanessa AngermannWährend des Abspielens der iranischen Nationalhymne unmittelbar vor dem Anstoß des WM-Spiels gegen Neuseeland sind im Stadion laute Pfiffe zu hören gewesen. Die iranische Mannschaft stand geschlossen im Mittelkreis, die Spieler hielten sich jeweils die Hand auf die Brust.Vanessa AngermannKurz vor dem politisch aufgeladenen WM-Spiel der iranischen Nationalmannschaft gegen Neuseeland in den USA waren rund um das Stadion zahlreiche symbolträchtige Fahnen und auch Protestbekundungen zu sehen. „Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen in Iran“, war auf einem Schild zu lesen. Viele Menschen schwenkten alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution. Die Stimmung war knapp zwei Stunden vor Anpfiff in Inglewood nahe Los Angeles friedlich, wie ein dpa-Reporter beobachtete.Mikel Oyarzabal hat bei Spaniens blamablem WM-Start gegen den krassen Außenseiter Kap Verde WM-Geschichte geschrieben: aus denkbar schlechten Gründen. Der Stürmer von Real Sociedad ist der erste Fußballer seit 1966, der die ersten 30 Minuten eines WM-Spiels absolviert hat, ohne den auch nur ein einziges Mal den Ball zu berühren. Das vermeldete der Datenanbieter Opta auf der Plattform X.Beim 0:0 des Europameisters gegen den kleinen Inselstaat aus Afrika in Atlanta konnte Oyarzabal in der ersten halben Stunde keinen Ballkontakt verzeichnen. Die Spanier waren zwar klar überlegen, im Angriff aber zu harmlos.„Wir waren im letzten Drittel nicht präzise genug. Das ganze Spiel hat sich in deren Hälfte abgespielt, aber uns hat die Genauigkeit beim letzten Pass gefehlt“, monierte Oyarzabal. So bejubelten auf der Gegenseite die „Blauen Haie“ gleich beim WM-Debüt ihren historischen ersten Punkt. (dpa) Als Vozinha nach dem Spiel seines Lebens wieder auf sein Handy schaute, dürfte der Torhüter seinen Augen kaum getraut haben. Während der Schlussmann bei der WM-Premiere von Kap Verde den Europameister Spanien beim 0:0 verzweifeln ließ, schossen seine Follower-Zahlen bei Instagram in die Höhe.Eine halbe Stunde nach Abpfiff durchbrach Vozinha die Marke von über 1,5 Millionen Menschen, die ihm in dem Sozialen Netzwerk folgen, später waren es bereits 2,4 Millionen. Tendenz weiter steigend.Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen. Das eigentliche Ziel, die 100.000 Follower, war schon nach einer Minute erreicht.Während des zweiten Durchgangs stiegen die Zahlen weiter an. Nach dem Abpfiff, der die Sensation perfekt machte und dem WM-Debütanten gleich den ersten Punkt einbrachte, ging es munter weiter. Vozinha, dessen Vertrag bei GD Chaves aus der zweiten portugiesischen Liga Ende des Monats ausläuft, hat nun fast viermal so viele Follower wie sein Land Einwohner.„Das ist verrückt“, sagte Vozinha, der nach eigenen Angaben vor dem Spiel knapp 50.000 Follower hatte, bei Caze TV: „Vielen Dank. Die Brasilianer waren zu uns schon immer sehr herzlich.“ (jaeh./sid)Der Fußball-Weltverband FIFA darf die historische Iran-Flagge bei WM-Spielen in Inglewood südlich von Los Angeles verbieten und muss kurz vor dem ersten Spiel des Iran gegen Neuseeland nicht einlenken. Das urteilte der Los Angeles County Superior Court am Tag der Partie (Ortszeit), wie das Portal „The Athletic“ berichtete. Die Flagge gilt als Symbol der Opposition.Der zuständige Richter entschied, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung „ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft ist. Sie ist jedoch nicht grenzenlos, etwa im Verhältnis zu privaten Akteuren auf privatem Eigentum, und wie frühere Entscheidungen gezeigt haben, kann sie in angemessener Weise reguliert werden.“ Das Institute for Voice of Liberty hatte gegen das Verbot der historischen Iran-Flagge mit einem Löwen und einer Sonne geklagt.Iran hatte in den vergangenen Wochen immer wieder darauf verwiesen, dass die FIFA sicherstellen müsse, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen die Mannschaft oder den Verband gebe, dass die offizielle Flagge der Islamischen Republik – und nicht die nationale Flagge der Opposition – gehisst werde.„Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören“, warnte Sportminister Ahmed Donjamali. In Los Angeles leben weltweit die meisten Exil-Iraner. Für den Spieltag ist eine Demonstration vor dem Stadion angekündigt. (dpa)Mehr ladenTickarooLive Blog Software