Rund um die Partie in Inglewood waren zahlreiche symbolträchtige Fahnen und auch Protestbekundungen zu sehen. „Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran“, war auf einem Schild zu lesen. Viele Menschen schwenkten alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die ein Protestsymbol der Opposition darstellen.Die Politik holte das iranische Team bereits kurz nach Anpfiff wieder ein. Noch am Abend des Spiels musste die Mannschaft die Rückreise ins Trainingscamp nach im mexikanischen Tijuana antreten. Dabei sei, wie Mannschaftskapitän Mehdi Taremi nach dem Spiel erbost berichtete, für Dienstagvormittag zunächst noch ein Regenerationstraining vorgesehen gewesen, „und erst dann sollten wir nach Tijuana aufbrechen“.Stattdessen wurden die Iraner zur sofortigen Abreise aufgefordert. „Das ist nicht für uns und den Fußball“, ereiferte sich Taremi. Ohnehin seien die Gesamtumstände ein „Desaster“, ergänzte er: „Wir haben unser Medienteam nicht, wir haben unseren Verbandspräsidenten nicht, auch Teile vom Staff, die so wichtig sind für uns.“ Bei einer WM aber müsse man sich gut auf das nächste Spiel vorbereiten können.Taremi beklagte die fehlende Unterstützung seiner Mannschaft, auch von Seiten des Weltverbandes. „Die FIFA könnte uns mehr helfen“, sagte der Stürmer vom Olympiakos Piräus. Zugleich berichtete er, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino in der Kabine der Iraner gewesen sein, diesem aber wohl auch die Hände gebunden seien. „Natürlich will er uns helfen. Aber es geht auch um andere Dinge“, sagte Taremi.Uruguay nur 1:1 gegen Saudi-ArabienMaxi Araujo (80. Minute) rettete mit seinem Ausgleichstreffer der nach dem Seitenwechsel drückend überlegenen La Celeste zumindest einen Punkt. Abdulelah Al-Amri (41.) hatte Saudi-Arabien in Führung gebracht und Hoffnungen auf einen zweiten Coup nach dem Sensations-Sieg bei der WM 2022 gegen den späteren Weltmeister Argentinien gemacht.„Ohne ihn geht es nicht“Apropos Unentschieden – auch die belgische Nationalmannschaft kam am frühen Montagabend über ein Remis gegen Ägypten nicht hinaus. Lange liefen die „Roten Teufel“ gegen Salah, Marmoush & Co. sogar einem Rückstand hinterher. Emam Ashour hatte die ägyptische Auswahl in der 20. Minute mit einem satten Schuss in Führung gebracht.Dass das belgische Aufgebot um Stars wie Kevin De Bruyne und Jeremy Doku überhaupt einen Punkt aus Seattle mitnehmen konnte, lag neben einer Leistungssteigerung auch am glücklichen Händchen von Belgiens Nationaltrainer Rudi Garcia. In der 66. Minute brachte Garcia mit Romelu Lukaku seinen Trumpf im Sturm. 23 Sekunden später stand es 1:1. Lukaku hatte mit seiner ersten Aktion ein Eigentor von Ägyptens Mohamed Hany erzwungen. „Ohne ihn geht es nicht“, sagte Garcia nach der Partie über Lukaku, der in der abgelaufenen Saison bei der SSC Neapel ständig mit Verletzungen zu kämpfen hatte und in sieben Einsätzen auf gerade mal 64 Minuten Spielzeit kam.Nach umstrittener Geste: Keine Konsequenzen für VideoschiriZuvor hatte Evans den Verdacht zurückgewiesen, mit der Geste während der TV-Übertragung des WM-Spiels zwischen Deutschland und Curaçao (7:1) bewusst eine Botschaft gesendet zu haben. „Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln“, wurde Evans in einer FIFA-Mitteilung zitiert.Senegal-Coach findet Afrikas WM-Coups wenig überraschendFür Senegals Trainer Pape Thiaw kommen die guten Ergebnisse afrikanischer Mannschaften in der bisherigen Gruppenphase nicht unerwartet. „Für Sie mag es eine Überraschung sein, für mich nicht“, sagte der 45-Jährige, als er vor der heutigen Partie seiner Mannschaft gegen Frankreich auf die Resultate der Auftaktspiele angesprochen wurde.„Afrikas Fußball hat sich stark gewandelt“, erklärte Thiaw. Das habe man schon beim Halbfinal-Einzug der Marokkaner bei der WM 2022 in Qatar gesehen. Nun seien noch mehr afrikanische Teams dabei. Auch beim Afrika Cup im vergangenen Winter habe man sehen können, „dass das Niveau sehr hoch ist“.
Fußball-WM 2026 Update vom 16.06.2026: Iraner kritisieren WM-Bedingungen: „Desaster“
Den Punktgewinn zum WM-Auftakt können die Iraner nicht lange feiern. Schnell holt die Politik das Team wieder ein. Uruguay und Belgien können Niederlagen im ersten Spiel noch abwenden.













