PfadnavigationHomeSportFußballWM„Free Gleizes“Reporter im Gefängnis – Kollegen solidarisieren sich auf PressekonferenzStand: 06:29 UhrLesedauer: 2 MinutenNach dem öffentlichen Gebet von Felix Nmecha nach dem WM-Spiel gegen Curaçao wird über Religion im öffentlichen Raum diskutiert. Autor Hasnain Kazim sieht darin ein Zeichen von Glaubensfreiheit und Zusammenhalt, betont aber die Bedeutung des jeweiligen Kontexts religiöser Symbole.Ein französischer Journalist sitzt in Algerien im Gefängnis. Bei der Fußball-WM ist er trotzdem allgegenwärtig. Seine Berufskollegen setzen auf der Pressekonferenz des französischen Teams ein Zeichen. Auch Gianni Infantino äußert sich.Sein Stuhl bleibt leer – und doch ist der Journalist Christophe Gleizes bei der Fußball-WM präsent. „Ich hoffe für ihn und seine Familie, dass er so schnell wie möglich hier sein und seine Fragen selbst stellen kann“, sagte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps bei einer Pressekonferenz. Ein Reporter der „L'Équipe“ hatte stellvertretend für Gleizes eine Frage gestellt – weil der in Algerien im Gefängnis sitzt.Der Fall des 37-Jährigen bewegt nicht nur französische Medienvertreter, von denen bei der Pressekonferenz in East Rutherford mehrere einen Schal mit der Aufschrift „Free Gleizes“ bei sich trugen. Auch Fifa-Präsident Gianni Infantino machte sich bereits für eine Begnadigung des Journalisten stark. „Er hat seine Akkreditierung und er hat seinen Platz hier“, sagte der Chef des Weltverbands schon vor dem Start des XXL-Turniers in den USA, Kanada und Mexiko.„Ich hoffe, dass er in einem großen Akt der Menschlichkeit die präsidentielle Begnadigung bekommt und noch während der WM zu uns stoßen kann“, erklärte Infantino.Gleizes zu sieben Jahren Haft verurteiltGleizes, ein Mitarbeiter der Zeitschriften „So Foot“ und „Society“, recherchierte nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen für eine Reportage über den algerischen Club Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK) und wurde im Mai 2024 in dem nordafrikanischen Land festgenommen. Im Juni 2025 wurde er wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ schließlich zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Justiz warf Gleizes Kontakt zu einer Separatistenbewegung vor, die in Algerien als Terrororganisation eingestuft wird.Nationaltrainer Deschamps berichtete, dass er Gleizes' Eltern beim französischen Pokalfinale Ende Mai getroffen habe. Die Fifa lud sie zum WM-Auftakt der „Équipe Tricolore“ an diesem Dienstag (21.00 Uhr/MagentaTV und im WELT-Liveticker) in East Rutherford gegen Senegal ein. Gleizes' Mutter sagte dem TV-Sender BBC zufolge, dass sich ihr Sohn von der Welt „abgeschnitten“ fühle.dpa/luwi