Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begann Hitlerdeutschland den größten und zerstörerischsten militärischen Feldzug der Weltgeschichte. Dreieinhalb Millionen deutsche Soldaten überschritten auf einer Länge von 1600 Kilometern die Grenze zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.
Die deutsche Führung hatte sich das „Unternehmen Barbarossa“ als Blitzkrieg gedacht. Blitzartig kam dann das Ende der Siegesfantasien. Schon im Oktober blieb die Wehrmachtsoffensive auf Moskau stecken, kam in Schlamm und Eis vollends zum Erliegen.
In Litauen, seit dem 3. August 1940 – entsprechend dem Hitler-Stalin-Pakt – offiziell annektierter Teil der Sowjetunion, begann mit dem deutschen Einmarsch ein spezielles Kapitel des Holocaust. Von den etwa 220.000 dort lebenden Juden wurden mindestens 200.000 ermordet.
In Litauen wurden auch erstmals systematisch ganze Gemeinden vernichtet. Bis August 1941 war die ländliche jüdische Bevölkerung nahezu vollständig ausgelöscht, bis November die städtische. Einheimische Kollaborateure beteiligten sich mit Eifer. Historiker sprechen von einer Rekord-„Vernichtungseffizienz“ von 95 Prozent.
Traum vom faschistischen Staat – ohne Juden











