PfadnavigationHomePolitikAuslandEinigung in NahostIranische Schiffe passieren offenbar US-Blockade – Vance nennt Abkommen „sehr allgemein“Stand: 01:58 UhrLesedauer: 5 MinutenUS-Vizepräsident JD VanceQuelle: Matt Rourke/via REUTERSNoch liegen die meisten Details des Iran-Abkommens im Unklaren. Vizepräsident Vance erklärt, dass das Dokument nur eineinhalb Seiten lang sei. Im Golf von Oman durchqueren nach iranischen Berichten Schiffe die US-Seeblockade.Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran haben die ersten iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert. Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise. Auch der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Supertanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen.Lesen Sie auchNach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran in der Nacht auf Montag auf ein Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Eine wesentliche Streitfrage war bis zuletzt die Öffnung der Straße von Hormus. Hier soll der Iran eingelenkt und eine Öffnung der Meerenge nach der Unterzeichnung versprochen haben. Im Gegenzug dafür ordnete Trump nach eigenen Angaben an, die US-Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufzuheben. Damit wurde eine der Hauptforderungen der Iraner erfüllt. Trump verspricht „vollständige“ Öffnung der Straße von HormusNach Angaben von US-Präsident Donald Trump soll die Straße von Hormus bereits am Freitag „vollständig“ geöffnet sein. „Der Iran-Deal, den wir geschlossen haben, wird der Welt eine Menge Erfolg bringen“, sagte Trump am Montag kurz vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Evian. Das Abkommen solle am Freitag von Vizepräsident JD Vance persönlich unterzeichnet werden, sagte Trump. Lesen Sie auchOb er selber dabei sein werde, ließ er offen. „Ich könnte involviert sein“, sagte Trump. Als Unterzeichnungsort ist Genf im Gespräch. Ein hochrangiger US-Vertreter in Washington sagte derweil, dass Trump und Vance sowie der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf die Vereinbarung bereits digital signiert hätten. Eine Bestätigung aus Teheran gab es dafür vorerst nicht.Trump sagte in Evian, der Text des Abkommens solle „irgendwann nach Freitag“ auch veröffentlicht werden. „Es ist ein starker Text“, betonte der US-Präsident. Sein Vize Vance sprach beim TV-Sender CNN hingegen von „einem sehr allgemeinen Dokument“. Die Absichtserklärung sei etwa eineinhalb Seiten lang. „Bei einer Reihe von Themen müssen wir diese Dinge erst in der Phase der technischen Verhandlungen klären“, sagte Vance.Trump bekräftigte, dass für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus keine Maut erhoben werden solle. „Sie wird offen sein und gebührenfrei“, sagte Trump, der aber einräumte, dass es über dieses Thema „einen kleinen Streit“ gegeben habe.Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot Trump erneut die militärische Unterstützung bei der Absicherung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge an – ein Angebot, das Trump weitgehend ablehnte. „Ich denke, wir brauchen nicht viel Hilfe, da wir ja ein Abkommen haben“, sagte Trump. Es sei aber „keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben“, fügte er hinzu. Macron hatte zuvor erklärt, dass Frankreich innerhalb weniger Tage Militärflugzeuge, Fregatten und seinen Flugzeugträgerverband Charles de Gaulle für einen Einsatz rund um die Straße von Hormus entsenden könne. Bei der Pressebegegnung kurz vor ihrem Zweiergespräch wirkten Trump und Macron relativ reserviert. Ihr Händedruck schien kurz und höflich – kein Vergleich zu früheren demonstrativen Gesten. Zuvor war JD Vance Befürchtungen vor etwaigen Zugeständnissen an Teheran entgegengetreten. „Wir geben ihnen kein amerikanisches Geld, kein einziger Dollar aus amerikanischen Mitteln wird an den Iran fließen“, sagte er in der US-Sendung „Good Morning America“.Stattdessen gehe es „im Wesentlichen um Sanktionserleichterungen“, sagte Vance weiter. Sollte Teheran etwa auf seine Bestände an hochangereichertem Uran verzichten oder eine Verifikation zulassen, damit die USA sicher sein könnten, dass der Iran keine Atomwaffe baue, würden Sanktionen aufgehoben. „Es geht hier also wirklich darum, einen Weg einzuschlagen, auf dem die Iraner in der Weltwirtschaft aufgenommen werden, wenn sie das Richtige tun“, sagte Vance weiter.Lesen Sie auchZuvor hatte es vonseiten der iranischen Nachrichtenagentur Mehr geheißen, dass die Sanktionen gegen iranische Öl- und Petrochemie-Verkäufe ausgesetzt und eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar freigegeben werden sollen. Die Hälfte dieser Mittel müsse ebenso wie die Aufhebung der Seeblockade und der Ölsanktionen gewährt werden, bevor die abschließenden Verhandlungen beginnen. Diese Gespräche sollen 60 Tage dauern und sich auf Nuklearfragen sowie die vollständige Aufhebung der Sanktionen konzentrieren. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sind dem Bericht zufolge von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die USA und ihre Verbündeten müssen zudem Wiederaufbaupläne für den Iran im Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden.Nach den Angaben des Iran und des Vermittlers Pakistan sieht das Abkommen das Ende des Krieges auch im Libanon vor. Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat die Einigung in einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi begrüßt. Aoun habe die Hoffnung geäußert, dass das Abkommen „ein positiver Schritt zur Entspannung der Lage und zur Erschließung diplomatischer Lösungen“ sei, erklärte das Büro des libanesischen Präsidenten am Montag. Araghtschi seinerseits habe „die Bedeutung der Achtung der Souveränität des Libanon“ hervorgehoben, hieß es in der Erklärung weiter.Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, Araghtschi habe auch mit dem libanesischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri gesprochen. Berri ist ein Verbündeter der pro-iranischen Hisbollah-Miliz und vermittelt zwischen der Hisbollah und Washington. Irans Außenminister habe in den Telefonaten die Gesprächspartner über die Einzelheiten des Abkommens mit den USA „insbesondere über die Klausel, die den Libanon betrifft“, informiert, berichtete Irna. Lesen Sie auchIn einer Mitteilung des libanesischen Parlamentspräsidiums hieß es, Araghtschi habe erklärt, dass diese Klausel „sofort und während der gesamten vorgesehenen 60-tägigen Verhandlungsphase“ eingehalten werden müsse. „Die Gewährleistung der Einhaltung dieser Klausel obliegt den Vereinigten Staaten und den Garantiemächten des Abkommens“, betonte der iranische Außenminister gegenüber Berri laut der Mitteilung.Die Hisbollah-Miliz teilte unterdessen mit, sie habe trotz des verkündeten Abkommens zwischen dem Iran und den USA am Montag israelische Soldaten zurückgeschlagen, die versucht hätten, im Süden des Libanon vorzustoßen. doli/luwi mit dpa/rtr/AFP
Iranische Schiffe passieren US-Blockade – Vance nennt Abkommen „sehr allgemein“ - WELT
Noch liegen die meisten Details des Iran-Abkommens im Unklaren. Vizepräsident Vance erklärt, dass das Dokument nur eineinhalb Seiten lang sei. Im Golf von Oman durchqueren nach iranischen Berichten Schiffe die US-Seeblockade.











