Vor zwei Jahren schien die Zukunft des ehemaligen Volkswagen-Werks im russischen Kaluga ungewiss. Beschäftigte berichteten nach dem Rückzug des deutschen Autobauers über Massenkündigungen, stillstehende Produktionslinien und sogar über zersägtes deutsches Werkzeug. Für viele wurde das Werk zum Symbol des Bruchs zwischen westlichen Herstellern und dem russischen Markt.Heute sieht die Lage besser aus. Der aktuelle Betreiber des Werks, AGR, teilte vor kurzem mit, dass im Werk zum Ende Mai der 100.000. Wagen der neuen Marke Tenet produziert worden sei. Die Marke wurde speziell für den russischen Markt geschaffen. Hinter ihr stehen Fahrzeuge auf Basis von Chery-Modellen. Das Jubiläumsfahrzeug war nach Angaben des Unternehmens ein siebensitziger Tenet T8.

Vom VW-Werk zur Tenet-Produktion

Volkswagen musste das Werk 2023 für rund 125 Millionen Euro an den russischen Finanzinvestor Art-Finance praktisch verramschen, der vom früheren VW-Händler Avilon unterstützt wurde. Schon damals kursierten Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit mit Chery. Anfang 2024 war jedoch noch unklar, ob die Produktion überhaupt wieder anlaufen würde.

Neuwagen stehen im November 2022 auf dem Gelände des ehemaligen VW-Werks in Kaluga. Damals war es nach Medienberichten als Parkplatz unter anderem für deutsche Autos genutzt, die über sogenannte Parallelimporte nach Russland importiert wurden.