In der Kunstwelt gibt es immer wieder überraschende Funde. Der Fund von Helene Plotkin hing rund sechzig Jahre lang in ihrem Wohnzimmer. Im Jahr 1966 fand die frühere Kunstlehrerin in einem Secondhandladen in New York ein Gemälde, das ihr sofort gefiel. Es zeigt eine dunkel gekleidete Frau mit Turban, die auf einem knallroten Stuhl sitzt. Im Hintergrund setzen kräftige Farbtöne Akzente. Plotkin interessierte sich schon damals für den sogenannten „Fauvismus“, eine Stilrichtung, dem sie das Bild zuordnete. Diese ist unter anderem für starke Farben und sichtbare Pinselstriche bekannt. Den Künstler kannte sie nicht. Die Signatur war unleserlich.Plotkin zahlte weniger als 100 Dollar für das Bild und hängte es in ihrem Wohnzimmer auf. Ab und an rätselte sie über die Herkunft des Gemäldes: Wer hatte es gemalt? Und wer war die Frau, die darauf zu sehen war? Sie erinnerte Plotkin an die frühere amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Präsidentengattin Eleanor Roosevelt. Plotkins Sohn Barry hörte seine Mutter immer wieder von dem Bild erzählen. Doch an ein Auktionshaus wandten sich beide nicht. Das erschien ihnen zu umständlich – und überhaupt: Warum sollte ausgerechnet dieser Fund von großem Wert sein?
Wie die KI von Google ein Gemälde identifiziert hat
Helene Plotkin kaufte ein Bild für 100 Dollar. Dann sah eine KI genauer hin. Bei einer Auktion in Schottland wurde es für rund 220.000 Euro verkauft.







