Der Aktienkurs des Weltraumunternehmens SpaceX ist am Montag im deutschen Aktienhandel weiter gestiegen. Am Freitag war die Aktie zu 135 Dollar oder umgerechnet 116,57 Euro an die Anleger ausgegeben worden. Die ersten Kurse an der New Yorker Nasdaq und auch an den deutschen Börsen zeigten dann sogleich Kursaufschläge von gut 10 Prozent auf mehr als 130 Euro, bald darauf 140 Euro und zwischen 19 und 20 Uhr wurde das bisherige Hoch von gut 150 Euro erreicht, bevor die Titel mit Kursen von knapp 140 Euro ins Wochenende gingen.Am Montag betrug das Kursplus an deutschen Börsen weitere gut fünf Prozent auf 148 Euro, ein Plus von 27 Prozent zum Ausgabepreis. Die SpaceX-Aktie war sowohl an der Privatanlegerbörse in Stuttgart als auch an der Berliner Tradegate der meistgehandelte Titel, und das mit großem Abstand. An der Tradegate lagen die Umsätze am Montagvormittag mit 92 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch wie die der zweitplatzierten Rheinmetall mit gut 30 Millionen Euro, obwohl die amerikanische Heimatbörse von SpaceX noch gar nicht geöffnet hatte.Auf Platz drei kam mit Micron ein weiterer US-Wert vor Siemens Energy und der Allianz. Auch an der Börse Stuttgart lag die SpaceX-Aktie am Montag im Umsatz weit vor den nächstplatzierten Titeln der Deutschen Bank und Siemens Energy. Die SpaceX-Aktie war auch schon am Freitag die meistgehandelte Auslandsaktie an der Börse Stuttgart, obwohl der Handel erst am späten Nachmittag nach der ersten Preisfeststellung an der Nasdaq aufgenommen wurde, sagt Sören Berbig, Leiter des Handels mit Auslandsaktien an der Börse Stuttgart. Das Bankhaus Schleich, in Frankfurt der zuständige Spezialist für den Handel in SpaceX-Aktien, berichtet von einem „regen Handel“ und „erhöhten Umsätzen“. Am Freitag habe es „sehr hohe Umsätze“ gegeben.Original-Aktien in Deutschland handelbar, auch in BruchstückenAnders im Fall von anderen amerikanischen Aktien können bei SpaceX von Anbeginn die Originalaktien gehandelt werden und keine abgeleiteten Wertpapiere (ADR). Gehandelt wird die Aktie hierzulande in Euro. Zugeteilt wurden sie deutschen Anlegern, die Papiere bei ihrer Bank gezeichnet haben, am Freitagmittag. Allerdings bekamen die Anleger im Schnitt nur etwa ein Achtel der von ihnen nachgefragten Papiere. Die Neobank Trade Republic ermöglichte – wie im Aktienhandel bei der Bank üblich – die Zuteilung von Bruchstücken, sodass auch Anleger zum Zuge kamen, die rechnerisch weniger als eine Aktie erhalten hätten.Insgesamt hatte SpaceX 555.555.555 Aktien neu begeben und damit 75 Milliarden Dollar erlöst, so viel wie bislang kein anderes Unternehmen im Zuge eines Börsengangs. Gemessen am Gesamtwert des Unternehmens an der Börse, der nach dem Kursplus schon mehr als zwei Billionen Dollar beträgt, ist der Teil der frei handelbaren Aktien, der Streubesitz, mit knapp fünf Prozent noch sehr klein.Wer ETF auf den MSCI World hält, kann sich dann alsbald zwar auch einen Teil des SpaceX-Wertes zurechnen. Die Aktien sollen im Rahmen eines Fast-Entry binnen zehn Handelstagen in den Weltaktienindex aufgenommen werden. Der Anteil wird aber zunächst etwa 0,08 Prozent betragen. Wer also ETF-Anteile im Wert von 10.000 Euro hält, hat einen Anteil von acht Euro an SpaceX. Wer 1000 Euro hält, 80 Cent.ETF haben Einfluss, aber der ist noch geringDer Einfluss des MSCI World auf den Kurs ist damit zunächst gering. Etwas größer wird er im Technologieindex Nasdaq-100 sein. Hier geht üblicherweise der gesamte Börsenwert eines Unternehmens in das Indexgewicht ein. Für Fälle wie SpaceX mit seinem geringen Streubesitz begrenzt die Nasdaq aber das Gewicht. Es wird anfangs rund ein Prozent am Index betragen, was angesichts der hohen Bedeutung des Nasdaq-100 für ETF mehr als fünf Milliarden Euro umzuschichtender Anlegergelder bedeutet.Unter anderem für die nötigen SpaceX-Käufe der Nasdaq-ETF haben die begleitenden Banken des Börsengangs eine Mehrzuteilungsoption. Das sind zusätzliche Aktien, die sie je nach Kursentwicklung und Nachfrage in den ersten Handelstagen in den Markt geben können. Im Falle von SpaceX handelt es sich um knapp 83 Millionen Aktien im Wert von gut elf Milliarden Dollar. In ETF auf den S&P-500 wird SpaceX zunächst nicht aufgenommen. Das Indexregelwerk sieht eine Aufnahme frühestens nach einem Jahr an der Börse vor.Weitere Aktien kommen erst nach und nach auf den MarktDen Großteil der SpaceX-Aktien hält nach dem Börsengang Elon Musk, der zudem über eine eigene Aktiengattung verfügt, die ihm eine überragende Mehrheit von mehr als 80 Prozent der Stimmrechte einräumt. Auch die anderen Altaktionäre dürfen ihre Aktien zunächst nicht verkaufen und unterliegen Sperrfristen (Lock-up-Perioden). Frühestens nach drei Monaten und spätestens nach rund 18 Monaten sind diese Sperren aufgehoben. Dann könnte Verkaufsdruck auf den Aktienkurs kommen. Gleichzeitig steigt aber durch solche Verkäufe der Anteil der frei handelbaren Aktien und damit das Gewicht in den ETF-relevanten Aktienindizes.Intensiv diskutiert wird an den Märkten, woher die Anleger das Geld für die SpaceX-Aktien nehmen. Verkaufen sie dafür andere Techaktien und bringen deren Kurse unter Druck? Denkbar sind aber auch Entnahmen aus der Liquidität der Anleger, Aktienkäufe auf Kredit oder Verkäufe anderer Aktien jenseits des Techsektors.Da es keine Datenbank gibt, in der alle Anleger ihr Handeln hinterlegen und ihre Geldströme aggregiert werden, kann die Frage nicht eindeutig beantwortet werden. Die Nähe von SpaceX zum Techsektor legt den Verdacht nahe, dass vor allem im Techaktienbereich umgeschichtet wird. Darauf deuten auch (leichte) Kursverluste der US-Techaktien in den vergangenen Wochen hin. Im Falle der ETF ist die Antwort einfacher. Sie verkaufen zugunsten von SpaceX exakt nach den Gewichten der Aktien im Index – also im MSCI World und Nasdaq-100 am meisten Nvidia-Aktien, gefolgt von den anderen großen Techtiteln Apple und Microsoft.
SpaceX Aktie: meistgehandelter Titel an deutschen Börsen
Das Interesse am Börsenneuling SpaceX ist groß. Privatanleger haben etwa ein Achtel ihrer gezeichneten Aktien erhalten. Der Einfluss durch ETF ist noch gering.












