PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsen-Anhalt„Koalition mit CDU wird es Gott sei Dank nicht geben“ – jetzt äußert sich die AfD zum „Flirt“-FotoStand: 15.06.2026Lesedauer: 3 MinutenWas war da los? AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Landtagsfraktionschef Guido Heuer vergangene Woche in Halberstadt. Zu dem Foto ist nun auch ein entsprechendes Video aufgetaucht.AfD-Vordenker Hans-Thomas Tillschneider hält das gemeinsame Foto von CDU-Fraktionschef Guido Heuer und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt für überbewertet. An einer Annäherung sei die AfD gar nicht interessiert. Der Wähler erwarte eine Alleinregierung.Die AfD hat sich erstmals zu einem Foto von Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef Guido Heuer und dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei einer Podiumsdiskussion in Halberstadt geäußert. Die Partei deutet die Aufnahme als einen Versuch der Christdemokraten, mit der Kumpelei beim Wähler zu punkten.„Das ist der Versuch der CDU, sich an die AfD anzubiedern“, sagte Hans-Thomas Tillschneider im „Politico“-Podcast „Berlin Playbook“. Tillschneider ist kulturpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion in Magdeburg und ein Vordenker der AfD in Sachsen-Anhalt. Er arbeitete wesentlich am Wahlprogramm mit, das die AfD selbstbewusst Regierungsprogramm nennt.„Dieser Flirt zwischen Guido Heuer und Ulrich Siegmund“, sagte Tillschneider weiter, „es ging ja nur von Guido Heuer aus.“ Auf dem Foto sei zu sehen, wie sich Heuer an Siegmund „gewissermaßen anschmiegt“. Ein inzwischen von der Veranstaltung aufgetauchtes Video zeigt allerdings, wie Siegmund zunächst seine Hand auf die Schulter des CDU-Politikers legt. Dann greift Heuer Siegmunds Mikrofon und legt seinerseits die Hand auf dessen Schulter – die Szene im Foto. Insgesamt zeigt der Videoausschnitt einen lockeren Austausch beider Politiker.Lesen Sie auchHeuer sagte zur Begründung, er habe nach dem Mikro gegriffen, um eine Unwahrheit zu korrigieren, und strebe keine Annäherung an die AfD an. „Wir haben Unvereinbarkeitsbeschlüsse“, sagte Heuer WELT TV. „An die werde ich mich als Fraktionsvorsitzender halten.“ Den Begriff „Brandmauer“ halte er allerdings „grundsätzlich für falsch“. Stattdessen gelte für die CDU-Fraktion: „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“.Tillschneider nimmt Heuer diese Worte nicht ab. Heuer distanziere sich nur zum Schein von diesem Begriff, sagte der AfD-Politiker im „Playbook“-Podcast. „Sie merken, dass die Brandmauer ihnen schadet. Deshalb tun sie so, als würden sie sie hinterfragen. Ist aber alles nur Show.“ Die CDU habe seit Jahren auf eine Festigung der Brandmauer gedrängt und „AfD-offene oder -affine Politiker systematisch abgesägt“. Von einer Zusammenarbeit mit der CDU würde die AfD nicht profitieren, sagte Tillschneider. „Die Wähler erwarten von uns, dass wir die CDU erledigen.“ Eine Zusammenarbeit von AfD und CDU schloss Tillschneider aus. „Da sind wir uns Gott sei Dank alle einig, dass es eine Koalition mit der CDU nicht geben wird“, sagte er. Das schließe auch eine Tolerierung ein. „Es wird entweder eine AfD-Alleinregierung geben oder alle gegen uns – tertium non datur“, sagte Tillschneider. Die lateinische Redewendung „tertium non datur“ (wörtl. ein Drittes gibt es nicht) bedeutet, dass es keinen Mittelweg geben wird.Lesen Sie auchEine Mäßigung oder einen Weg in die politische Mitte, um beispielsweise mit dem französischen Rassemblement National wieder auf EU-Ebene zusammenzuarbeiten, lehnte Tillschneider ab. Er verwies auf die gescheiterten Parteichefs Frauke Petri und Jörg Meuthen, die für eine Annäherung der AfD an die Mitte standen. „Was Petri und Meuten gepredigt haben, das hat nicht dazu geführt, dass wir in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent stehen“, sagte Tillschneider. Die AfD habe mit ihrem Kurs alles richtig gemacht.sebe
Sachsen-Anhalt: „Koalition mit CDU wird es Gott sei Dank nicht geben“ – jetzt äußert sich die AfD zum „Flirt“-Foto - WELT
AfD-Vordenker Hans-Thomas Tillschneider hält das gemeinsame Foto von CDU-Fraktionschef Guido Heuer und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt für überbewertet. An einer Annäherung sei die AfD gar nicht interessiert. Der Wähler erwarte eine Alleinregierung.











