PfadnavigationHomePolitikAuslandNahost-KonfliktIran und USA einigen sich auf Abkommen – Teheran veröffentlicht Details zu 14-Punkte-PlanStand: 07:53 UhrLesedauer: 5 MinutenNach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan.Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Krieges geeinigt. Es soll am Freitag unterzeichnet werden, dann soll auch die Straße von Hormus öffnen. Der Iran gibt Einblick in den 14-Punkte-Entwurf.Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Kriegs geeinigt. Das verkündeten sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der Iran und Vermittlerstaat Pakistan.Eine Einigung mit dem Iran sei „jetzt vollständig“, erklärte Trump am Sonntag. Die Sperrung der Straße von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine. „Glückwunsch an alle!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Präsident fügte hinzu: „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“ In einem späteren Post teilte er mit, dass die Straße von Hormus wegen Minenräumungen erst am Freitag geöffnet werden soll. Dann soll laut allen beteiligten Parteien auch das Abkommen unterzeichnet werden – als Ort wurde von Pakistan die Schweiz genannt.Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News zur Frage, wer der Unterzeichnung von US-Seite beiwohnen werde: „Ich habe auf jeden Fall vor, dort zu sein, aber es ist möglich, dass der Präsident selbst dort sein könnte.“ Der Iran kündigte ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen den Libanon, an. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es in einem Schreiben des obersten Nationalen Sicherheitsrats des Landes. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war darin keine Rede.Nach eigenen Angaben hat der Iran das Rahmenabkommen unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Die Verhandlungen seien am Sonntagabend zum Abschluss gekommen, hieß es in der Stellungnahme, die von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde. Laut Irans stellvertretendem Außenminister Kasem Gharibabadi sei das Abkommen nach Gesprächen mit Katar zustande gekommen, einem weiteren Vermittler.Lesen Sie auchZuvor hatte Gharibabadi verkündet, dass die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden sollen. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde der Iran eigene Maßnahmen ergreifen. Iran erklärt sich zum Sieger des KriegesAuf der anderen Seite drohte Trump mit erneuten Militärangriffen auf Teheran, sollte der Iran kein endgültiges Atomabkommen mit den USA erzielen. Alternativ würden die USA gegen eine Beteiligung von 20 Prozent an den Einnahmen der Region als „Wächter des Nahen Ostens“ auftreten, sagte Trump der Zeitung „New York Times“.Der Iran in Person von Gharibabadi erklärte sich unterdessen zum Sieger in dem seit mehr als drei Monaten andauernden Krieg. Die USA und Israel hätten ihre Kriegsziele dagegen nicht erreicht. Das Oberkommando der iranischen Streitkräfte teilte mit, das Volk habe unter der Führung des obersten geistlichen Führers den USA bewiesen, dass diesen „kein anderer Weg bleibt, als die Niederlage zu akzeptieren“.Als Erstes hatte die pakistanische Regierung von einer Einigung berichtet. Beide Seiten hätten nach intensiven Gesprächen die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten erklärt, hieß es vom pakistanischen Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf dem Kurznachrichtendienst X. Dies schließe auch den Libanon ein.Die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim veröffentlichten vermeintliche Details aus dem 14-Punkte-Entwurf für eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran. Demnach solle innerhalb von 30 Tagen die US-Seeblockade vollständig aufgehoben und die Straße von Hormus unter iranischer Regie wieder geöffnet werden. Sanktionen gegen iranische Öl- und Petrochemie-Verkäufe sollten ausgesetzt werden. Zudem verlange Teheran die Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar. Die Hälfte dieser Mittel sowie die Aufhebung der Blockade und der Ölsanktionen müssten gewährt werden, bevor die auf 60 Tage angesetzten finalen Gespräche beginnen würden. Diese sollten sich auf Nuklearfragen und die vollständige Aufhebung der Sanktionen konzentrieren, während das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen von den Verhandlungen ausgeschlossen seien.Die USA und ihre Verbündeten sollten zudem Wiederaufbaupläne für den Iran im Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen solle durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden. Das Außenministerium in Teheran warnte Tasnim zufolge, der Iran werde eigene Maßnahmen ergreifen, sollte die Gegenseite gegen die Vereinbarungen verstoßen.Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf Trump, die Einigung sehe vor, dass der Iran keine Atomwaffen anstrebe und die Straße von Hormus umgehend öffne. Im Gegenzug könnten Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. Bargeldzahlungen seien jedoch nicht vorgesehen, sagte Trump der Zeitung. Zudem solle es strenge Kontrollen geben. Der Abtransport von nuklearem Material aus dem Iran habe für ihn derzeit keine Priorität und könne später erfolgen. Der „New York Times“ sagte Trump, dass dem Iran neue militärische Angriffe drohen würden, falls kein endgültiges Atomabkommen zustande käme.Noch am Sonntag hatte Teheran nach israelischen Angriffen auf Vororte von Beirut die Einigung infrage gestellt. „Wenn ihr (USA) weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen“, schrieb Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Solchen Angriffen grünes Licht zu geben, könne keine diplomatischen Zugeständnisse erwirken. Trump kritisierte den israelischen Angriff scharf. Er „hätte nicht passieren dürfen“, erklärte er.Die israelische Armee hatte am Sonntag die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten. Das Militär habe Attacken in der Gegend von Dahijeh ausgeführt als „Antwort auf Angriffe der Hisbollah auf israelisches Territorium“, erklärten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz in einer gemeinsamen Mitteilung. Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine Infrastrukturanlage in Dahijeh „präzise getroffen“.Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.Reuters/dpa/AFP/AP/jm/säd/luwi
Krieg in Nahost: Iran und USA einigen sich auf Abkommen – Teheran veröffentlicht Details zu 14-Punkte-Plan - WELT
Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Krieges geeinigt. Es soll am Freitag unterzeichnet werden, dann soll auch die Straße von Hormus öffnen. Der Iran gibt Einblick in den 14-Punkte-Entwurf.












