Ach, Mex Schlüpfer! Auch so ein Faktotum, ohne das die Volksbühne in der Zukunft auszukommen denkt. Der Musiker, Performer und Schauspieler gehört bis dato – und also bis zu seinem letzten Abend am Dienstag, 16. Juni im Grünen Salon – so fest ins Inventar, dass das Haus wohl in sich zusammenstürzen wird ohne ihn. Umgekehrt müssen wir uns weniger Sorgen machen: ein Schlüpfer braucht keinen Intendanten, aber ein Intendant, also normalerweise, braucht einen Schlüpfer.
Mex Schlüpfer hat die Volksbühne schon nach seinem ersten Rollenengagement durch Frank Castorf in dessen „Nibelungen“ (1995) übertrumpft, indem er im selben Jahr eine „R-Volksbühne“ (sprich: Erfolgsbühne) auf dem Gelände des Tacheles gründete und in Eigenregie als Alleinbetrieb führte. Na ja, nicht so ganz allein, schließlich gesellten sich alljährlich neue Alter Egos hinzu mit ähnlich sprechenden Künstlernamen, als da wären: Sozialhilfe Sinatra, King Kacke, Rainer Wein, Andi Arbeit, Crank Faßtorf oder Kpt. Ahab.
Mit diesem Ensemble der talentierten Ichs führte er selbstgeschriebene Stücke auf und gab Konzerte mit selbst komponierten Liedern auf selbst erfundenen Instrumenten. Dabei war Tänzer sein erster Ausbildungsberuf. In den frühen Achtzigern absolvierte der 1967 geborene Schlüpfer eine klassische Ballettausbildung zuerst in der Anita-Barth-Schule, sodann in der Hans-Vogl-Ballettakademie, bevor er 1988 Schauspielunterricht unter anderem bei Wolfgang Schmidinger nahm, dessen penetranter und präsenter Singsang – wenngleich in gezackter und gekrähter Ausführung – bleibende Prägung verursachten.







