Künstliche Intelligenz: Kaufen, scannen, füttern
Eine Online-Plattform bestellt seit einiger Zeit größere Mengen alter Bücher. Händler:innen spekulieren über Betrug, doch vieles spricht für KI-Training.
Lesestoff für Maschinen: Zwischen Antiquariat und Algorithmus entsteht ein neuer Markt
Erik Irmer
Der Spuk begann in der Nacht. Um 2.53 Uhr am 30. April ging die erste Bestellung ein bei dem Buchverkäufer Michael Ströter. Dann die nächste, dann die nächste. Wer da orderte, war kein:e Privatkäufer:in, sondern immer dasselbe Unternehmen: Zoom Books, eine kanadische Plattform, die sich als „Nordamerikas führende Firma für Buchrecycling“ bezeichnet. Nach eigenen Angaben kauft das Unternehmen Bücher an, nimmt Bücherspenden entgegen, verkauft Bücher – und recycelt, was unverkäuflich ist. Ihr Markt sind die USA und Kanada. Was will Zoom Books mit gebrauchten, eher nischigen deutschsprachigen Büchern?






