SZ-Magazin: Herr Hollein, angenommen, Sie drehen einen Film über Ihr Leben: Mit welcher Szene beginnen Sie?Max Hollein: Ich würde ein Schwarz-Weiß-Bild einblenden, das 1972 bei der Kunstbiennale in Venedig aufgenommen wurde. Mein Vater war in dem Jahr für die Gestaltung des österreichischen Pavillons verantwortlich. Das Foto zeigt ihn auf einem Stuhl, der auf zusammengebundenen Baumstämmen einen Kanal entlangschwimmt. Mit seinen Armen umklammert er einen kleinen Jungen. Dieser kleine Junge bin ich, noch keine drei Jahre alt. Die Aufnahme versinnbildlicht, wie ich aufgewachsen bin. Eine Trennung zwischen Kunst und Leben gab es bei uns zu Hause nicht. Das Credo meines Vaters lautete: »Alles ist Architektur.«