Wiener Festwochen: Ressourcen abfackeln im Spektakel
Der Intendant Milo Rau entmaterialisiert das traditionsreiche Theaterfestival der Wiener Festwochen zum Medienhype. Der Kunst bekommt das nicht immer gut.
Milo Rau wird vorgeworfen, Peter Thiel „kulturelles Kapital“ nachgeworfen zu haben. Vorne: die leitende Dramaturgin Sara Abbasi
Nurith Wagner Strauss
Der Prediger weiß, wo die Gemeinde der Schuh drückt. Milo Raus „Republic of Gods“, der Theaterstaat der diesjährigen Wiener Festwochen, adressiert das Unbehagen der meist doch linksliberalen Klientel des Kulturbetriebs an den seltsamen Lähmungserscheinungen der liberalen Demokratien und den überraschend wiederauflebenden Geltungsansprüchen der Religion angesichts des Aufstiegs der Autoritären. Dem gelte es ins Auge zu sehen. Rau weiß im Vorabinterview mit einer Wiener Tageszeitung schon, was er sieht: „Das globalpolitische Endspiel der Demokratie.“









