PfadnavigationHomePanorama„Stellvertreterbürgerkrieg“„Ja, das traue ich mir zu“ – Hape Kerkeling kämpft gegen „Rechts“ und will Bundespräsident werdenStand: 12:21 UhrLesedauer: 2 MinutenHape Kerkeling im Schloss Bellevue? Eine Online-Petition verlangt nun genau das – und sammelt in kurzer Zeit bemerkenswert viele Stimmen. WELT-Chefreporterin Anna Schneider kennt bereits „die nächste Evolutionsstufe im Bundespräsidenten-Bingo“.Hape Kerkeling schlägt Alarm wegen des Tons im Netz und spricht von einem „Stellvertreterbürgerkrieg“. Der Entertainer wirbt zugleich für mehr Haltung gegen Rechts – und äußert sich überraschend zu einer möglichen Kandidatur für das Bundespräsidentenamt.Der Komiker und Autor Hape Kerkeling beklagt eine massive Verrohung im Internet. „Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe“, sagte er in einem Podcast zum diesjährigen CSD in Leipzig, dessen Botschafter er ist. Solche Reaktionen bekomme er vor allem, seit er sich offen gegen Rechts positioniere. „Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten.“ Umso wichtiger sei es aber, seine Meinung zu sagen.Der 61-Jährige ist vor allem für seine Kunstfigur Horst Schlämmer bekannt, sein vor 20 Jahren erschienenes Buch „Ich bin dann mal weg“ über eine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg wurde ein Bestseller und auch verfilmt.Derzeit läuft eine Online-Petition „Hape Kerkeling als Bundespräsident“, die bis Sonntag mehr als 50.000 Unterstützer hatte. Auf die Frage, ob er sich das höchste deutsche Staatsamt zutraue, sagte er nun: „Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu.“ Dazu verwies er etwa auf die USA.Lesen Sie auchKerkeling steht dieses Jahr dem Christopher Street Day (CSD) in Leipzig und dem brandenburgischen Golßen Pate. Der CSD sei neben einer großen Party vor allem ein Kampf um Bürgerrechte, betonte er. Die seien heute wieder in Gefahr. „Wir müssen deutlich sagen – alle miteinander, die Mehrheitsgesellschaft – dass wir Vielfalt wollen.“ Vielfalt sei gesund für die Gesellschaft und schaffe eine Gesellschaft auf Augenhöhe. Er sprach sich dafür aus, Rechte von queeren Menschen stärker im Grundgesetz zu verankern.Aus zeitlichen Gründen nicht beim CSDAus zeitlichen Gründen werde er nicht bei den CSD in Leipzig und Golßen dabei sein, sagte Kerkeling. An und für sich seien Großveranstaltungen nicht seine Sache, bekannte er: „Privat bin ich eher eine zurückhaltende Type und reiße mich gar nicht so sehr darum, im Mittelpunkt zu stehen.“ Leipzig sei allerdings eine seiner Lieblingsstädte in Deutschland. Er lobte die Atmosphäre, die Weltoffenheit und die große Freundlichkeit der Menschen in der Stadt.Lesen Sie auchIn Golßen wird der CSD am 20. Juni gefeiert, in Leipzig ist die Demonstration samt Straßenfest am 18. Juli geplant.dpa/krö