Beliebt: Die Pizzeria «Napulé» im Seefeld. Annick Ramp Die «Pizza Week» vom Pizza-Guide «50 Top Pizza» lenkt die Aufmerksamkeit der Schweizer Gourmets auf den berühmtesten Snack der italienischen Küche. Begeisterung für Teigfladen zeigen die Eidgenossen aber schon länger: Tatsächlich existieren hierzulande überdurchschnittlich viele Top-Pizzerien. Wieso eigentlich?Sollten Sie noch nie von «50 Top Pizza» gehört haben, wäre das kein Fehler. Das Rating der besten Pizzerien der Welt hat noch längst nicht den Ruf der «50 Best Restaurants» erreicht. Hier wie dort allerdings geht es um eine Bewertung der besten Etablissements, und hier wie dort kann man über die Grundlagen lange diskutieren. Auch beim Pizza-Ranking bleiben jene Menschen anonym, die mit ihren Meinungen dafür sorgen, dass ein Betrieb in der Liste auftaucht oder nicht.Unabhängig von methodischen Überlegungen bleibt festzuhalten, dass die Schweiz auf den neuen Europa-Listen des erwähnten Pizza-Guides sehr gut vertreten ist – jedenfalls dann, wenn man die Einwohnerzahl des Landes ins Verhältnis zu den gelisteten Pizzerien setzt. Die hiesige Begeisterung für Pizza rossa und Pizza bianca zeigt sich aber an der Tatsache, dass nach 2025 erneut eine offizielle «Pizza Week» von «50 Top Pizza» in der Schweiz stattfindet. Vom 15. bis zum 21. Juni 2026 wird der italienische Snack in 25 Zürcher Locations zelebriert.Die Schweizer Pizza-Szene ist vergleichsweise starkDie Leistungsfähigkeit der Schweizer Pizzerien wird deutlich, wenn man sich den kompletten Europa-Führer der empfohlenen Pizzerien anschaut. Während England dort mit 16 Adressen vertreten ist, Frankreich mit 22 und Deutschland mit 12, kann sich die Schweiz mit ihrer deutlich geringeren Bevölkerung mit nicht weniger als 16 Adressen schmücken.Dass sich die meisten von ihnen in Zürich befinden, ist kein Zufall angesichts der Wirtschaftskraft der Stadt, der vielen Expats und internationalen Besucher, allerdings gehört auch Lugano mit drei gelisteten Pizzerien zu den Hotspots. Im Rating in Zürich vertreten sind beispielsweise «San Gennaro», «Più», «NA081» oder die Sauerteig-Pizzeria «Alba». Auch das mittlerweile unter dem Namen «Da Noi» firmierende frühere «Da Pone» wird genannt. Auffallend in der Schweizer Pizza-Szene ist das Miteinander von kleinen und grösseren Ketten sowie jungen Pizzaioli, sehr oft mit italienischem Background. Aus Zürich mit dabei: das Bindella-Restaurant «Più» . . . Gian Marco Castelberg . . . oder das «Alba», gegründet von Meagan Cederbaum und Simon Bernhard. Jonathan Labusch Zu erklären ist die Leidenschaft der Schweizer Kundschaft für überdurchschnittlich gelungene Pizza leicht. Italienische Lebensart wurde durch Gastarbeiter aus dem Süden etabliert.Schon 1958 eröffnete die erste Pizzeria der Schweiz ihre Pforten, allerdings nicht in Zürich, sondern in Lausanne: Das «Chez Mario» existiert noch immer. Verschwunden ist hingegen die erste Basler Pizzeria, die bereits 1963 existierte. Rudolf Bindella gehört ebenfalls zu den Pionieren: 1965 eröffnete er mit dem «Santa Lucia» am Zürcher Limmatplatz die erste Pizzeria mit Holzofen.Anders als in Italien, wo die Pizza oft als preiswerter Imbiss gilt, hat sich diese Spezialität in der Schweiz auch den Ruf einer vollständigen, bisweilen gar luxuriösen Mahlzeit erarbeitet. In Spitzenpizzerien wie dem «Napulé» geben die Gäste auch schon 35 oder mehr Franken für eine einzige Pizza aus und betrachten sie als sättigenden Hauptgang. Für Zutaten wie ’Nduja oder Pistazien, für angesagte Pizzaioli oder hohe Positionen in Rankings lassen sich höhere Preise durchsetzen.Gerechtfertigt sind diese Tarife in Anbetracht des überschaubaren Pizza-Wareneinsatzes nicht immer. Die traditionelle Begeisterung der Zürcher für hochwertige italienische Weine stärkt die Lage der hiesigen Pizzerien weiter. Und weil die Schweizer nicht auf Pizza-Traditionen festgenagelt sind, haben nicht nur Pizza romana und napoletana ihre Chance, sondern auch New York Style Pizza und Pizza al taglio.Wer wirklich etwas erleben will, muss immer noch nach ItalienDass die Bäume hierzulande allerdings nicht in den Himmel wachsen, wird dann deutlich, wenn man seinen Blick vom Europa-Guide löst und ihn auf die Pizza-Weltrangliste wirft. Dort sind nicht nur die USA stark im Rennen, auch Italien wirkt unerreichbar. Tatsächlich scheinen elaborierte Lokale wie das «Natale» auf Sizilien bis jetzt qualitativ und bezüglich Selbstbewusstsein uneinholbar zu sein.Mit dem schon erwähnten «Da Noi» befindet sich dann auch lediglich ein einziger Schweizer Betrieb in den weltweiten Top 100, und das erst auf Platz 97. Das ist ausbaufähig! Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
16 Adressen im Europa-Ranking «50 Top Pizza»: Was die Schweiz zum Pizza-Land macht
Die «Pizza Week» vom Pizza-Guide «50 Top Pizza» lenkt die Aufmerksamkeit der Schweizer Gourmets auf den berühmtesten Snack der italienischen Küche.















