Auch die Daten zeigen: Die Schweizer dominieren das Spiel gegen Katar vor allem in der ersten Halbzeit. Dann verlieren sie die Struktur. Eine visuelle Analyse.14.06.2026, 11.51 Uhr2 LeseminutenTrotz dem Unentschieden: Dieses Spiel ist für die Schweiz wie eine Niederlage. Das unterlegene Katar schiesst in der Nachspielzeit den Ausgleich. So kommt es zum späten Gegentor:Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Gegentreffer zum 1:1 in der 94. Minute hat sich abgezeichnet: Die Bemühungen der Schweizer, ein zweites Goal zu erzielen, sind in der kalifornischen Mittagshitze buchstäblich verdampft. Das Angriffsspiel über die Seiten verliert Dynamik, im Spiel ohne Ball geht die Ordnung verloren.Mit der Einwechslung von Miro Muheim für Ricardo Rodríguez in der 89. Minute verzockt sich der Schweizer Trainer Murat Yakin bös: Statt Zeit zu gewinnen und das 1:0 ins Ziel zu retten, wird die defensive Unordnung grösser – das weiss Katar auszunutzen und bestraft die Schweizer für den fahrlässigen Umgang mit ihren Chancen in der ersten Stunde.Dabei beginnt für die Schweiz das Spiel eigentlich gut.Chancen für 2 bis 3 Tore14 Abschlussversuche gelingen den Schweizern in der 1. Halbzeit, 12 im gegnerischen Strafraum, 6 davon aufs gegnerische Tor. Ins Tor findet jedoch nur der Penalty von Breel Embolo. Das zeigt sich auch in dieser Grafik. Sie basiert auf Daten, die von Stats Perform erhoben und der NZZ zur Verfügung gestellt wurden.Die Grafik zeigt, dass die Schweizer eine gute Strafraumpräsenz haben und umgekehrt Katars Goalie mithilfe seiner Vorderleute gut verteidigt. Die Schweizer Dominanz drückt sich auch in 75 Prozent Ballbesitz aus, der xG-Wert – die Berechnung der zu erwartenden Tore – lautet 2,33. Die Schweizer hatten also Chancen für 2 bis 3 Tore in der ersten Halbzeit.Das Bild änderte sich in der zweiten Halbzeit:12 Abschlussversuche verzeichnen die Schweizer in der 2. Halbzeit, aber nur noch 4 im gegnerischen Strafraum, insgesamt gehen lediglich 2 aufs Tor. Das Nachlassen der Schweiz zeigt etwa, dass – mit zunehmender Ratlosigkeit – ausserhalb des Strafraums geschossen wird. Der Ballbesitz der Schweizer sinkt auf 62 Prozent, der xG-Wert auf 0,87.Demgegenüber verzeichnet Katar drei Abschlüsse, alle auf das Tor von Gregor Kobelt – der dritte und letzte führt zum Ausgleich.Die Analyse zeigt: Obwohl die Schweizer gemäss Daten das Spiel dominieren, entscheidet am Ende eine einzige, späte Aktion über das Schlussergebnis. Oder wie Granit Xhaka nach dem Spiel sagte: «Es ist eine alte Weisheit – wer sie vorne nicht macht, kriegt sie hinten.»Wie die Daten erhoben wurdenDie Daten werden von Stats Perform/Opta zur Verfügung gestellt. Erhoben werden sie anhand von Videobildern. Mittels Bilderkennung wird die Position jedes Spielers und jeder Ballaktion ermittelt. Jede Aktion erhält eine Kategorie, etwa «Schuss aufs Tor» oder «Foul». Anhand von diesen Daten werden die obigen Grafiken berechnet.Passend zum Artikel