Illustration Ida Götz / NZZDie Schweizer Fussballer gewinnen gegen Kolumbien im Penaltyschiessen. Eine visuelle Analyse des Spiels, über welches das Land noch lange sprechen wird.08.07.2026, 13.06 Uhr2 LeseminutenWenn die Schweizer Fussballer an einer Endrunde zum Penaltyschiessen antreten mussten, ist das für sie selten gut herausgekommen. Doch nun steht da ein neues Kapitel, das alle anderen in den Hintergrund rückt: dieser Tag in Vancouver, an dem sich die Schweizer zum ersten Mal seit 1954 für einen WM-Viertelfinal qualifiziert haben. Es war erst der zweite Schweizer Sieg in einem Penaltyschiessen an einer Endrunde und der erste überhaupt an einer WM.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Von den fünf Schüssen gegen Kolumbien wird noch lange die Rede sein, sie haben umgehend ihren Platz in der hiesigen Fussballgeschichte gefunden. Und verdienen es darum, noch einmal nacherzählt zu werden, Schütze für Schütze.Bevor die Schweizer im Penaltyschiessen das bessere Ende für sich behalten haben, war das Spiel hart umkämpft. Beide Teams waren vor allem darauf bedacht, kein Tor zu kassieren und mit Vehemenz zu verteidigen. Daraus entwickelte sich ein Spiel, in dem es kaum zu Torchancen kam – in der regulären Spielzeit gar zu so wenigen wie in keinem anderen Spiel an dieser WM, wie der xG-Wert zeigt.Während in den Strafräumen nicht viel passierte – und insbesondere die Schweizer in jenem der Kolumbianer kaum auftauchten –, entwickelte sich dazwischen ein Abnützungskampf. Härte, Intensität und Zweikämpfe prägten das Spiel, was die Zahl der Fouls illustriert. 43 kamen zusammen – viel mehr als in jedem anderen Schweizer Spiel an dieser WM. Überhaupt wurde nur in einer Begegnung an dieser WM öfter gefoult: beim Gruppenspiel zwischen Schottland und Haiti.Die Offensivspieler erlebten in Vancouver einen schwierigen Nachmittag. Das zeigt sich etwa an der Zahl der Ballkontakte des Mittelstürmers Breel Embolo (31) und seines kolumbianischen Gegenübers Luis Suárez, der in 82 Spielminuten nur 13 Ballkontakte hatte.Auch Luis Díaz, der Star der Südamerikaner, hatte wenig Einfluss auf das Spiel; es gelang den Schweizern, ihn mehr oder weniger zu neutralisieren. Díaz gelang nur ein erfolgreiches Dribbling, er berührte den Ball im Strafraum lediglich vier Mal, und zwei seiner drei Torschüsse blockten die Schweizer Verteidiger ab.Was noch einmal illustriert, was die Schweizer an diesem Tag stark macht und ihr Erfolgsrezept ist: Solidarisches Verteidigen. Wille. Widerstandskraft.Wie die Daten erhoben wurdenDie Daten werden der NZZ von Opta zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen nutzt Videobilder, um mittels Bilderkennung die Position der Spieler und des Balles zu ermitteln. Jede Ballaktion erhält eine Kategorie, etwa «Schuss aufs Tor» oder «Foul». Diese Daten bilden die Grundlage der Analyse.Passend zum Artikel