Atomkraftwerk Saporischschja wieder am Stromnetz Nach fast drei Tagen ist das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine wieder an das Stromnetz angeschlossen worden. Eine beschädigte Hochspannungsleitung sei repariert worden, teilten die von Moskau eingesetzte Kraftwerksleitung und der ukrainische Atomkonzern Energoatom übereinstimmend auf Telegram mit. Die seit Mittwoch zur Stromversorgung eingesetzten Dieselgeneratoren sind demnach wieder im Bereitschaftszustand.Nach ukrainischen Angaben war es bereits der 19. Stromausfall, seitdem russische Truppen zu Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 das Kraftwerk eroberten. Beide Kriegsparteien werfen einander regelmäßig vor, durch Kampfhandlungen für die Stromausfälle verantwortlich zu sein. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde daher aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Die Internationale Atomenergiebehörde hat Beobachter im Kraftwerk stationiert und die Kriegsparteien zur Zurückhaltung aufgerufen. Starmer: Haben Öltanker der russischen Schattenflotte abgefangenGroßbritannien ‌hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen ​Öltanker der ⁠sogenannten Schattenflotte beim Versuch abgefangen, den Ärmelkanal ​zu durchqueren. Der ⁠Streitkräfte-Einsatz sei auf ‌seine Anweisung hin in den ⁠frühen Morgenstunden erfolgt, ⁠teilt Starmer ⁠auf ​der Plattform X ⁠mit. Die ​erfolgreiche Operation versetze ‌Russland einen weiteren Schlag.Ukraine setzt Attacken auf russische Industrie fortDie Ukraine hat mit weiteren Drohnenangriffen auf Russland in Industrieanlagen in den Gebieten Tula und Jaroslawl Brände ausgelöst. In der südlich von Moskau gelegenen Region Tula berichtete Gouverneur Dmitri Miljajew, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände einer Chemiefabrik in Nowomoskowsk gefallen seien. In sozialen Netzwerken gab es Berichte und nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einem Brand. Demnach wurde der für die Kriegswirtschaft wichtige Betrieb Asot getroffen.Sebastian GubernatorUkraine greift abermals russische Ölanlagen anDie Ukraine hat auch ​heute gezielt die Infrastruktur der russischen Ölindustrie angegriffen. Dabei ⁠wurde in der Hafenstadt Temrjuk in der Region Krasnodar ein Mensch getötet, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew auf ‌Telegram mit. In einem Hafenterminal sei ein Feuer ausgebrochen. Das ukrainische Militär und der Geheimdienst SBU ‌erklärten, sie ‌hätten in der Nacht mehrere Ziele in Russland getroffen. Dazu gehöre neben dem Hafenterminal eine Ölverarbeitungs- und Pumpanlage in ​der Region Wolgograd.Am Terminal ⁠Tamanneftegaz in der Region Krasnodar sind nach SBU-Angaben fünf Treibstofftanks und zwei ​Ölverladestationen getroffen worden. In der Region Wolgograd löste ein anderer Angriff ⁠den regionalen ‌Behörden zufolge ein Feuer in einem Industriegebiet im Bezirk Kotowo aus. Gouverneur Andrej Botscharow nannte keine Details zu ⁠den Schäden. ⁠Der ukrainische Generalstab bestätigte den Angriff und teilte mit, nahe ⁠der ​Stadt Kotowo sei ⁠ein Komplex getroffen worden, ​in dem Öl in Pipelines zu ‌Raffinerien und für den Export gepumpt werde.Sabrina FrangosRussland meldet Abschuss von 185 ukrainischen Drohnen – ein ToterRussland ist am Freitag Ziel ​eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau ⁠meldete den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem ‌Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen ‌Gouverneurs in ‌einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte Jegor Kowaltschuk mit. Dem ​regionalen Einsatzstab zufolge ⁠wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört.Auch die Hauptstadt Moskau ​wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde ⁠Drohnen seien abgewehrt worden, ‌erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer ⁠Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden ⁠in Moskau 27 Drohnen zerstört.Die Ukraine hat ihre ⁠Luftangriffe ​auf Ziele ⁠im Nachbarland zuletzt verstärkt. Dabei ​nimmt sie vor allem Anlagen ‌der Ölindustrie ins Visier.Irem YildirimIWF gibt grünes Licht für weitere millionenschwere Hilfskredite für die Ukraine Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nach eigenen Angaben bereit, der Ukraine im Rahmen seines Hilfsprogramms eine weitere Tranche in Höhe von 690 Millionen Dollar (umgerechnet 596 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen. Die Zahlung könne aber erst nach einer formellen Genehmigung des IWF-Vorstands fließen, gab der Währungsfonds am Freitag bekannt.Der Mitteilung zufolge werden sich die seit Jahresbeginn an die Ukraine gezahlten Hilfen damit auf 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) erhöhen. Das entsprechende Programm des in Washington ansässigen IWF ist auf vier Jahre angelegt, während der insgesamt 8,1 Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) an Kiew fließen sollen. Als Gegenleistung für die Kredite hatte der IWF Strukturreformen mit der Ukraine vereinbart. Diese seien jedoch nicht fristgerecht umgesetzt worden, erklärte der IWF. Vertreter des Währungsfonds hätten sich mit den ukrainischen Behörden deshalb auf einen überarbeiteten Zeitplan geeinigt. Die „jüngsten Korruptionsfälle“ zeigten die Notwendigkeit von Reformen „öffentlicher Unternehmen und Banken“, hieß es weiter. Irem YildirimUN: Höchststand ziviler Opfer in der Ukraine seit April 2022 Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1.763 verletzt worden, heißt es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren.Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kiew und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai. Irem YildirimRegierung der Ukraine schafft Schutzstatus für russische Sprache abDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. „Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen“, erklärte der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Der Schritt sei „eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen“, fügte er hinzu. Irem YildirimEU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilte, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte in sozialen Medien unter anderem den Partnern seines Landes in der EU. Die Ukraine tue wie angekündigt, was nötig sei, und es sei auch wichtig, dass die EU ihr Wort halte, schrieb er. Die Eröffnung des ersten Clusters sei eine wichtige politische und moralische Unterstützung für den Staat und die Menschen. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu begrüßte die Entscheidung. Moldau sei bereit, alle Verhandlungsabschnitte zu öffnen, schrieb sie bei X und kündigte weitere Reformen an. Ukraine stellt Pläne für Militärreform vorDas ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlicht die Eckdaten einer geplanten Militärreform. „Die ukrainischen Infanteristen werden zu den bestbezahlten Militärspezialisten in der Welt“, kündigte das Ministerium am Freitag in einem Video an. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in einer Videobotschaft.Im Schnitt sollen ukrainische Fußsoldaten umgerechnet rund 5.800 Euro erhalten. Der Höchstsatz für Fronteinsätze soll auf fast 8.900 Euro monatlich angehoben werden. Der Einstiegssold für alle Soldaten soll künftig um 50 Prozent auf knapp 580 Euro steigen. Das Ministerium will den Militärdienst mit befristeten Verträgen von höchstens zwei Jahren und einer anschließenden Rückstellung von mindestens sechs Monaten attraktiver machen. Fahnenflüchtige sollen mit Strafbefreiung und freier Wahl der Einheit zurückgeholt werden. Verstärkt setzt Kiew dabei auch auf ausländische Söldner. „Das ehrgeizige Ziel: Mehr als 50 Prozent der Sturmtruppen und Infanteristen sollen Legionäre sein“, hieß es in der Ankündigung. Die Anwerbung soll dabei weltweit durch private Rekrutierungsunternehmen erfolgen. Präsident Selenskyj hatte bereits Anfang Mai eine Armeereform mit erheblichen Soldanhebungen versprochen. Am Freitag bekräftigte er diese Absicht: „Die Ressourcen sind für eine Erhöhung der Zahlungen in der Armee vorhanden“. Woher das Geld für die Reform kommen soll, sagte er nicht. Inspekteur des Heeres fordert mehr Drohnen für LandstreitkräfteEinheiten, die Drohnen steuern, „höchste Bedeutung“, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, am Freitag während des Besuchs der Militärübung „Freedom Shield 2026“ in Litauen. Die im vergangenen Jahr in Dienst gestellte deutsche Panzerbrigade 45 trainiert bei der Militärübung erstmals das Gefecht auf litauischem Boden und hat auch 350 Drohnen dabei. Dem Inspekteur wurden dabei Gefechtsstände und Konzeptionen für den Drohneneinsatz vorgestellt.Ihn habe überzeugt, wie im Gefechtsstand der Drohneneinsatz gesteuert wurde, sagte Freuding. Der Inspekteur fügte an: „Ich glaube, wir haben im ganzen Spektrum noch viel Luft nach oben.“ Es müssten unbemannte Systeme in der Truppe integriert werden „mehr und mehr, tiefer und tiefer, auf allen Ebenen“. Für die Übung an der Ostflanke der NATO wurden rund 2.900 Soldaten – darunter 2.300 aus Deutschland – und rund 800 Fahrzeuge aus acht NATO-Staaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade zusammengezogen. Dieser liegt 20 Kilometer von der Grenze zu dem mit Russland verbündeten Belarus entfernt. Die Panzerbrigade in Litauen wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Russland zugesagt. Sie soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige in Litauen stationiert.Ukraine greift Ziele auf der Krim anDie ukrainische Armee hat mit ihren Drohnen mehrere Ziele auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Danach wurde am Kraftwerk von Simferopol ein großer Brand beobachtet, wie der proukrainische Telegramkanal „Krymskij Weter“ berichtete. Am russischen Luftwaffenstützpunkt Saki gab es demnach Flugabwehrfeuer. Explosionen seien auch in anderen Teilen der Halbinsel zu hören gewesen. Die russische Verwaltung äußerte sich nicht zu den Angriffen.Taktik der ukrainischen Armee in den vergangenen Wochen war es, die Krim zu isolieren und den russischen Nachschub zu stören. In der ablaufenden Woche seien alle drei Straßenverbindungen von der Südukraine auf die Halbinsel gestört worden, schrieb das amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) in seinem jüngsten Bericht. Für die Bewohner der Krim ist Treibstoff mittlerweile auch mit Bezugsscheinen kaum noch zu bekommen. Da von der Krim viele zum Tanken über die Kertsch-Brücke ins anliegende russische Gebiet Krasnodar fahren, kam es auch dort Medienberichten zufolge bereits zu Engpässen bei der Kraftstoffversorgung.Die ukrainischen Drohnen trafen in der Nacht auch eine Raffinerie in der Stadt Nischnekamsk, die weit von der Ukraine entfernt etwa 1.000 Kilometer östlich von Moskau liegt. Dabei wurde auch ein Wohnhaus beschädigt, es gab vier Verletzte, wie die Behörden der Teilrepublik Tatarstan mitteilten. Ebenfalls getroffen wurde eine Chemie- und Kautschukfabrik in Togliatti an der Wolga. Das russische Verteidigungsministerium berichtete von 231 abgefangenen ukrainischen Drohnen, was für einen großangelegten Angriff spricht.Seinerseits griff Russland in der Nacht unter anderem Eisenbahnanlagen im nordöstlichen ukrainischen Gebiet Sumy an. Dabei wurde nach Behördenangaben eine Bahnmitarbeiterin getötet und eine weitere verletzt. Dem Stromnetzbetreiber Ukrenergo zufolge kam es in fünf Regionen wegen Angriffen auf Infrastrukturobjekte zu Stromausfällen. Die ukrainische Luftwaffe fing nach eigenen Angaben nachts 102 von 117 georteten russischen Drohnen ab.Sebastian GubernatorEin Drittel weniger US-Kampfflugzeuge für NATO in EuropaDie USA planen Medienberichten zufolge, die Zahl der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die sie für NATO-Einsätze in Europa zur Verfügung stellen, deutlich zu reduzieren. Die „New York Times“ ‌berichtet unter Berufung auf zwei ranghohe europäische Insider, dass die Zahl der F-16- und ‌F-15E-Kampfflugzeuge von rund 150 auf 100 und die Zahl der Seeaufklärungsflugzeuge von 26 auf 15 reduziert werden solle. Außerdem wolle das US-Militär alle acht Luftbetankungsflugzeuge abziehen, die Europa bisher zur Verfügung standen. Damit würde ​die Fähigkeit der NATO für Angriffe auf ⁠weiter entfernte Ziele und Überwachungsaufgaben eingeschränkt. Über einige der Zahlen hatte zuvor auch die „Welt“ berichtet. Demnach sollen die Reduzierungen vor allem das „NATO Force Model“ betreffen, das vorsieht, wie viele und welche Truppen die NATO innerhalb von zehn Tagen, höchstens 30 Tagen und höchstens sechs Monaten mobilisieren kann. Die NATO und das amerikanische Verteidigungsministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen zu den Berichten.Philipp von ReinersdorffRussische Behörden: Drei Tote bei ukrainischen AngriffenBei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilte der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei sei eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden.Auch im Ort Belaja Beroska in der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff nahe der Grenze zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit.Mehr ladenTickarooLive Blog Software