Für sie: MalteserglückHinter dem Sieg einer Sportlerin steckt immer ein ganzes Dorf. Höchste Zeit ist es also, dass die Teammitglieder, die jeden Tag hart am Sieg arbeiten, die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Jetzt klemmte sich das 19-jährige Wunderkind Mirra Andreeva, die diesjährige Gewinnerin der French Open, bei der Siegerehrung allerdings nicht etwa ihren Physiotherapeuten unter den Arm, sondern einen Hund. Genauer: Luna, die Malteserhündin ihrer Trainerin. Ihren eigenen ließ sie lieber zu Hause, weil er wahrscheinlich noch an seinen Manieren arbeiten muss. APUnd plötzlich wird uns klar, dass die Tennistour gar nicht so spießig ist, wie sie aussieht, sondern vierbeinerfreundlich! Bei den French Open bietet man den Spielern sogar eine VIP-Hundebetreuung an. Die Hälfte aller Viertelfinal-Teilnehmerinnen reiste mit Dackel oder anderem Minihund an, auch Hailey Baptiste oder Aryna Sabalenka haben einen. Serena Williams tingelte jahrelang von Grand Slam zu Grand Slam mit ihrem Vierbeiner Chip. Aus Sicht des Hundemenschen ist das logisch, weil er weiß, dass es keinen besseren Mental Coach gibt. Aus Sicht des Nichthundemenschen ist diese Vermenschlichung eine weitere Eskalationsstufe – müssen Hunde vom Restaurant bis zur U-Bahn wirklich überall dabei sein, und was ist mit den Allergikern? Auch wir sind natürlich für Grenzen, wenn es ums Dabeisein von Hunden geht, wobei uns da nur der Beischlaf einfällt. In allen anderen Situationen sieht eine Frau mit Hund an ihrer Seite einfach besser, weil glücklicher aus.Für ihn: DackelfreudeIst der Dackel ein guter Tennishund? Diese Frage stellt sich die Welt seit den Fotos von Turniersieger Alexander Zverev mit Dackel Mishka. Und sie ist auf jeden Fall zu bejahen, die Eignung ist ja bereits äußerlich ganz offensichtlich. Ein Tennisplatz besteht mehrheitlich aus langen Linien und kleinen Bällen, der Dackel selbst ist eine einzige lange Linie mit einem Faible für kleine Bälle, das passt also schon bei abstrakter Betrachtung gut. Weitere Vorteile: Ein Dackel bewegt sich äußerst platzschonend, seine kurzen Beine und sein kurzes Fell richten nicht allzu viel Schaden an und der Hund selbst kommt auch einigermaßen sauber wieder vom Platz runter – zumal die gängigen Dackelfarben recht kompatibel mit dem gefürchteten roten Staub des Sandplatzes sind. GettyAuch die ausgeprägte Einzelkämpfermentalität, gepaart mit der Neigung zu originellen Ideen, macht die Hunde zu den natürlichen Spirit Animals eines Tennisspielers. Jederzeit bereit für einen aussichtslosen Angriff am Netz oder ein bisschen Kläffen von der Grundlinie! Stilistisch betrachtet kommt noch dazu, dass ein Dackel stets so eine gewisse britische Ernsthaftigkeit ausstrahlt, man kann ihn sich ja sehr gut mit elegantem Hut und einem Fernglas als Beobachter vorstellen – auch die strenge Etikette in Wimbledon sollte also kein Problem sein. Und mit einem Tennisball im Maul wirkt jeder Dackel irgendwie sofort fachmännisch, während beispielsweise ein Golden Retriever damit nur wie ein verspielter Hund aussieht. Also ja, wenn Hund auf dem Tennisplatz, dann bitte Dackel.